Bereich Marschlande

Trotz Supersommer weniger Einsätze

Feuerwehrleute der FF Allermöhe-Billwerder löschen einen Pkw. Ihre Wehr fuhr im vergangenen Jahr insgesamt 88 Einsätze.

Feuerwehrleute der FF Allermöhe-Billwerder löschen einen Pkw. Ihre Wehr fuhr im vergangenen Jahr insgesamt 88 Einsätze.

Foto: Christoph Leimig

Bergedorf. Die Feuerwehren sind gut aufgestellt, lediglich die FF Moorfleet ist nicht 24 Stunden am Tag einsatzbereit, berichtet Sebastian Struss.

Bergedorf.  Im Vergleich zu 2017 haben Wetterkapriolen die Marschländer Wehren 2018 kaum in Trab gehalten: „Es gab wenige Herbststürme“, sagt Sebastian Struss (40), Bereichsführer Marschlande. Die Feuerwehren in den Vier- und Marschlanden sind in die Bereiche Vierlande und Marschlande aufgeteilt.

Ein Ausreißer war der Vatertag: Wegen Starkregens waren Straßen in Lohbrügge, Boberg und Oststeinbek überflutet. Alle Marschländer Wehren waren gefordert – zwei Tage lang. Insgesamt rückten die acht Marschländer Wehren im vergangenen Jahr 580 Mal aus. Das sind 58 Einsätze weniger als 2017.

Kaum Badeunfälle

Obwohl der Sommer lang und heiß war und sich viele Menschen in den Badeseen tummelten, gab es kaum Badeunfälle. Ausnahme: Im Hohendeicher See ertrank ein Stand-Up-Paddler. „2017 hingegen hatten wir einen verregneten Sommer, aber viele Badeunfälle, darunter mehrere mit Todesopfern“, sagt Struss.

In ganz Hamburg gab es nur wenige Großfeuer, im Bereich Marschlande keines, berichtet Struss. „Schon jetzt gab es 2019 mehr Großfeuer in Hamburg als im gesamten vergangenen Jahr.“ Zu einem Großfeuer würden mindestens drei Wehren alarmiert. Zwei Wehren würden in der Regel zu jedem Feuer ausrücken.

Einsatzzahlen „sukzessive steigend“

Auch wenn es 2018 für die Marschländer Wehren etwas weniger zu tun gab als im Vorjahr, seien die Einsatzzahlen über die Jahre „sukzessive steigend“, sagt Struss. „Das liegt an den wachsenden Einwohnerzahlen in Stadtteilen wie Ochsenwerder und Fünfhausen.“ Die Besetzung der Einsatzabteilungen sei besonders in der Urlaubszeit manchmal knapp. „Tagsüber sind nicht alle Kameraden verfügbar, weil ein Großteil außerhalb des Einsatzgebietes zur Arbeit ist.“ Doch auch die FF Moorfleet habe „das Tal der Tränen inzwischen durchschritten, dank Zulauf durch die Jugendfeuerwehr“. 20 neue Kameraden beendeten 2018 im Bereich Marschlande ihre Grundausbildung. Derzeit zählt der Bereich 240 Aktive – zehn mehr als vor einem Jahr.

Innerhalb von acht Minuten am Einsatzort

Bis auf die FF Moorfleet mit weniger als 30 Kameraden in der Einsatzabteilung seien trotzdem alle Wehren 24 Stunden einsatzbereit. Die Hilfsfristen würden in der Regel eingehalten: Die freiwilligen Retter sind innerhalb von acht Minuten am Einsatzort. Dies sei für die Berufsfeuerwehr in den weitläufigen Marschlanden kaum zu schaffen.

Struss erinnert sich an zahlreiche schöne Anlässe 2018 – etwa das 125-Jahr-Jubiläum der FF Spadenland und das 50-jährige Bestehen der Hohendeicher Jugendfeuerwehr.

Die Einsatzzahlen der Marschländer Wehren 2018: Allermöhe/Billwerder: 88 (Vorjahr: 89; 48 Feuer/0 Erstversorgungen/40 technische Hilfeleistungen), Berliner Tor: 11 (27; 3/1/7), Fünfhausen: 64 (70; 6/52/6), Hohendeich: 118 (107; 17/92/9), Moorfleet: 36 (52; 25/0/11), Neudorf: 107 (114; 8/85/14), Reitbrook: 60 (71; 2/55/3), Spadenland: 96 (108; 9/64/23).