Bürgerinitiative

Schwimmender Protest auf der Dove-Elbe

Der Sprecherrat der Bürgerinitiative „Dove-Elbe-retten“ ruft zur Protestfahrt auf: Stephan Meyns (von links), Katrin Piepiorka, Rüdiger Freygang, Silke Gabriel und Andreas Gabriel.

Der Sprecherrat der Bürgerinitiative „Dove-Elbe-retten“ ruft zur Protestfahrt auf: Stephan Meyns (von links), Katrin Piepiorka, Rüdiger Freygang, Silke Gabriel und Andreas Gabriel.

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Bergedorf. Betroffene stemmen sich gegen Tide-Öffnung. Demonstration am Sonnabend, 25. Mai.

Bergedorf.  Ob Motorboot, Barkasse, Segler, Kajak oder Ruderboot: Alles was schwimmen kann, soll am Sonnabend aufs Wasser gehen. Denn dann ruft die Bürgerinitiative „Dove-Elbe-retten“ zur Protestfahrt auf, um gegen die Tide auf der Dove-Elbe Flagge zu zeigen.

Nachdem bekannt wurde, dass das Forum Tide-Elbe eine Machbarkeitsstudie anstrebt, in der geprüft werden soll, die Dove-Elbe wieder Ebbe und Flut auszusetzen, haben sich in der Bürgerinitiative zahlreiche Betroffene zusammengeschlossen. Landwirte, Bootsvermieter, Anwohner, Angler, Gärtner und Wassersportler – sie alle fürchten die Folgen der Tideanbindung: „Alle ziehen an einem Strang, denn wir fürchten um unsere Existenz“, betont Rüdiger Freygang vom Ruderclub Bergedorf.

Hunderte Aufkleber gedruckt

Nicht nur Wassersport oder Berufsschifffahrt sei bei Ebbe nicht mehr möglich. Ebenso fürchten die Kritiker, dass die Wasserqualität unter den Sedimenten leidet, der Fluss nach und nach verschlickt. Daher sei man bereit, nicht nur eine Menge Zeit, sondern auch Geld zu investieren, betont Andreas Gabriel von der Bootsvermietung Hamburg am Moorfleeter Deich. Hunderte Aufkleber in leuchtendem Neon-Gelb wurden bereits gedruckt und sollen am Sonnabend die Boote und Schiffe zieren.

Durch die Schleuse zum Serrahn

Die Petition hatten bis gestern mehr als 3900 Unterstützter unterzeichnet. „Wir spüren einen großen Rückhalt in der Bevölkerung“, berichtet Rüdiger Freygang. So gehören längst nicht nur Hamburger zu den Unterzeichnern: „Aus ganz Deuschland kommen Gäste hier her, um Naherholung zu suchen“, sagt Andreas Gabriel. Auch sie seien besorgt um die Flusslandschaft, an der Biber oder Eisvogel heimisch sind.

Auch ein Drachenboot dabei

Die Boote starten gegen 8.15 Uhr auf der Dove-Elbe, Höhe Moorfleeter Deich 408. Von dort geht es zur Krapphofschleuse, wo gegen 9.30 Uhr weitere Wassersportler, darunter auch ein Drachen- und Elektroboot, dabei sein werden. Weitere Teilnehmer dürfen sich anschließen. Nach dem Passieren der Schleuse fährt der Demonstrationszug auf dem Schleusengraben in den Serrahn. An Land – am Kupferhof sowie auf dem Bahnhofsvorplatz – wollen die Demonstranten mit Passanten ins Gespräch kommen und ihr Anliegen erklären. „Es ist wichtig, jetzt die Betroffenen zu hören“, sagt Stephan Meyns vom Sprecherrat der BI.

„Politischer Eiertanz“

Umweltsenator Jens Kerstan (Die Grünen) hatte sich vergangene Woche von der Öffnung der Dove-Elbe distanziert: Er persönlich stehe der Umsetzung der Maßnahme skeptisch gegenüber (wir berichteten). Für die Vertreter der Bürgerinitiative ist das allerdings nur ein „politischer Eiertanz“: Der Senator würde fürchten, dass die Pläne zur Dove-Elbe seiner Partei bei den bevorstehenden Wahlen Stimmen kosten könnten und habe daher einen „Notanker“ geworfen, meint Katrin Piepiorka von der Bootswerft Neuengamme.