Einweihung

Aufschwung am Mittleren Landweg mit neuer Sportanlage

Kampfkunst: TSG-Trainer Vladimir Radic (li.) nutzt den Fitnessraum in der neuen Halle mit Nawid Achakzad.

Kampfkunst: TSG-Trainer Vladimir Radic (li.) nutzt den Fitnessraum in der neuen Halle mit Nawid Achakzad.

Foto: Florian Büh

Billwerder. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist die neue Sportanlage am Mittleren Landweg nun fertig. Nur am Baseball-Platz gibt es noch Kritik.

Nicht nur der ausgiebige Sonnenschein zauberte am Sonnabend den Besuchern der Sportanlage am Mittleren Landweg ein Lächeln ins Gesicht: Ganz frisch und rausgeputzt präsentierte sich die neue Anlage samt Halle und Umkleidehaus. „Das ist schon beeindruckend. Wir kannten ja noch die alte Baracke“, berichtet Sven-Ole Busch (23), Baseballer der Kieler Seahawks. Sie traten dort am Wochenende gegen die Marines der TSG Bergedorf an. Das Baseballfeld könnte allerdings auch eine Erneuerung vertragen: „Im Outfield gibt es einige Löcher, über die man gefährlich stolpern kann“, sagte Busch.

Es sollte Sonnabend der einzige Kritikpunkt am Mittleren Landweg bleiben: Viele der rund 200 Besucher waren voll des Lobes. Junge Besucher wurden geschminkt, schauten beim Baseball zu oder wurden selbst aktiv: So auf dem neuen Kunstrasenplatz, der – bei guter Pflege – 15 Jahre halten soll. Dafür trägt Platzwart Marcel Bley ab sofort Verantwortung. Stefan Esser, der sich bisher um Sportplätze in Harburg kümmerte, ist für die Sporthalle zuständig. Zwei volle Stellen wurden geschaffen.

Fast alle Hallenzeiten belegt

Auch die auf dem Gelände neu gebaute Sporthalle wird gut angenommen: „In der Woche von 9 bis 22 Uhr ist sie so gut wie voll belegt. Es gibt nur noch kleine Pufferzeiten. Am Wochenende sind noch wenige Zeiten frei“, sagt Fred Osterhage, im Bezirk Bergedorf für die Sportstätten zuständig.

Da jeder, der in der Halle sportlich aktiv sein will, versichert sein muss, ist die Belegung von Hallenzeiten nur über Sportvereine oder Verbände möglich. Doch die Außenanlagen kann jeder – nach Absprache mit dem Platzwart – nutzen.

„Allererste Sahne“

Dort gibt es neben dem neuen Kunstrasenplatz nun auch ein Beachvolleyballfeld sowie einen Streetballplatz. Dazu kann auf dem Calisthenics-Parcours an Stangen und Rohren mit dem eigenen Körpergewicht trainiert werden. Gekonnt sah dies bereits bei Hartwig Ludewigs (19) aus Bergedorf, Freddy Weiland (20) aus Netteln- burg und Dennis Schleining (20) aus Lohbrügge aus. „Das ist allererste Sahne“, so die Meinung der jungen Männer. Derzeit trainieren sie vor allem in Neuallermöhe, waren zum ersten Mal wegen des Frühlingsfestes nach Billwerder gekommen: „Vielleicht wird das unser Stammplatz. Wir freuen uns immer über neue Leute, die Calisthenics ausprobieren wollen. Es ist nie zu spät“, erklärt Ludewig.

5,2 Millionen Euro aus diversen Töpfen

5,2 Millionen Euro wurden in die bezirkliche Sportanlage investiert, davon 2,4 Millionen Euro aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilent-wicklung (RISE) und 2,65 Millio-nen aus dem Masterplan Active City. 150.000 Euro kamen aus dem bezirklichen Integrationsfonds.

Die neue Anlage soll nicht nur die Vereine, sondern auch die Integration voranbringen: „Integration durch Sport ist ein wichtiges Konzept. Dabei ist es irgendwann egal, ob jemand aus Barmbek oder Bagdad kommt. Es geht darum, in der Gemeinschaft erfolgreich zu sein“, betont Bezirksamtsleiter Arne Dornquast.

Der neue Platz wird hauptsächlich durch die Sportvereine ETSV (Eisenbahner Turn- und Sportverein), TSG Bergedorf und SVNA (Sportverein Nettelnburg/Allermöhe) genutzt werden. Auch Street Workout Hamburg ist aktiv. Gerade für den ETSV, der in den vergangenen Jahren durch die mangelhafte Anlage mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen hatte, könnte der neue Platz einen Aufschwung bringen, so die Hoffnung.

Bergedorf sieht sich bei Sportplätzen „gut aufgestellt“

Immerhin sind nun auch die Anfangsschwierigkeiten bewältigt: „Der Fußboden in der Halle hatte sich gewellt und die Basketballkörbe konnten nicht pünktlich geliefert werden. Doch nun ist alles da“, so Dornquast. In der Einfeldhalle gibt es im Obergeschoss einen separaten Sportraum für unterschiedlichste Sportarten, etwa Judo, Jiu-Jitsu und Karate.

Der Bezirk Bergedorf sei mit seinen 15 Sportplätzen insgesamt gut aufgestellt, meint Fred Osterhage. Drei Plätze würden derzeit in Schuss gebracht. Lediglich für den in die Jahre gekommenen Platz in Bergedorf-West am Ladenbeker Furtweg müssten noch Ideen her.