Finanzimmo

Ringen um einen Nahversorger in Ochsenwerder

An der Ochsenwerder Landstraße ist der Bau eines Nahversorgers geplant. Doch das Projekt liegt seit einem Jahr auf Eis.

An der Ochsenwerder Landstraße ist der Bau eines Nahversorgers geplant. Doch das Projekt liegt seit einem Jahr auf Eis.

Foto: Wiebke Schwirten / BGZ

Ochsenwerder. Schon seit einem Jahr herrscht Stillstand beim Bauprojekt am Butterberg. Und eine Einigung scheint nicht in Sicht.

Um zu erfahren, wie es um die Entwicklung des Butterbergs steht, hatte der Heimatring Ochsenwerder Montagabend Investor Peter Strampe und sein Team der FinanzImmo in den Gasthof Neudorf eingeladen.

Auf der etwa 4,6 Hektar großen Fläche an der Ecke Ochsenwerder Landstraße/Schwersweg wird von vielen Bürgern – wenn auch nicht allen – vor allem eins sehnsüchtig erwartet: ein Nahversorger. „Wir brauchen unbedingt eine Möglichkeit zum Einkaufen. Vor allem für alte Leute ist es eine Zumutung, immer bis nach Fünfhausen zu fahren“, hieß es aus dem Publikum. Dem Eindruck pflichtete auch Harald Eggert, Seniorchef des Edeka-Marktes am Durchdeich, bei: „Wir sind an den Grenzen unserer Kapazitäten angekommen. Es ist notwendig, dass hier etwas passiert.“

Investor gehört nicht die gesamte Fläche

Doch das Projekt liegt bereits seit einem Jahr auf Eis: Nachdem eine Jury im Januar einen Architekten-Entwurf zum Sieger gekürt und ein paar Nachbesserungen gefordert hatte, musste Peter Strampe im Mai 2018 einräumen: Der FinanzImmo gehört gar nicht die gesamte Fläche. Er habe sich auf das gesprochene Wort und die Absicht der Eigentümer verlassen, verkaufen zu wollen, „doch das zähle wohl heute nicht mehr“, so Strampe. Auch eine Mediation konnte keine Einigung herbeiführen.

Doch die FinanzImmo hält laut Strampe weiter am Projekt Butterberg fest und möchte nun den Teil der Fläche, der in ihrem Besitz ist, bebauen. Dafür präsentierte Architektin Nathalie Dudda einen neuen Entwurf: Demnach sollen Nahversorger, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäuser errichtet werden. Allerdings deutlich verdichteter als im Siegerentwurf geplant.

Finanzimmo will B-Plan für die gesamte Fläche finanzieren

Damit das gelingen kann, wäre Peter Strampe bereit, auf seine Kosten einen Bebauungsplan für die gesamte Fläche erstellen zu lassen. Der Teil, der ihm nicht gehört, könnte also von den Besitzern selbst entwickelt oder an einen anderen Investor verkauft werden.

Politik weicht nicht von ihrer Linie ab

Anwesende Lokalpolitiker staunten nicht schlecht: „Diesen Entwurf haben wir noch nie gesehen“, stellte Peter Gabriel (SPD) fest. Von ihrer Linie wichen sie nicht ab: „Wir alle wollen, dass sich Ochsenwerder entwickelt. Doch es geht um einen Gesamtentwurf“, sagte Heinz Jarchow (SPD). Schließlich habe man den Wettbewerb nur unter der Bedingung begonnen, dass die gesamte Fläche entwickelt werde, betonte Jörg Froh (CDU). Viel zu groß sei die Gefahr, dass die zweite Fläche nie bebaut werde.

Neuer Wettbewerb wäre eine Möglichkeit

Dass es unter diesen Voraussetzungen noch zu einer Einigung kommt, sah eine Zuhörerin im Publikum kritisch. „Wäre es nicht besser, den Wettbewerb zu schließen und einen neuen auszuschreiben, damit es vorangeht?“, fragte sie. „Das könnte eine Möglichkeit sein“, bestätigte Heinz Jarchow (SPD). Das müsse aber nicht unbedingt der Butterberg sein: „Es gibt auch andere Flächen, um einen Nahversorger an die Hauptstraße zu bekommen“, betonte Bernd Capeletti (CDU).

Ein neuerWettbewerb wäre eine Möglichkeit.
Heinz Jarchow,