Brandserie

Schon wieder Brandstiftung im Stelzenhaus-Dorf

Nachbarn konnten die Flammen schon vor Eintreffen der Feuerwehr löschen. Die Feuerwehrleute mussten aber die Fassadenverkleidung und Isolierung öffnen, um letzte Glutnester abzulöschen.

Nachbarn konnten die Flammen schon vor Eintreffen der Feuerwehr löschen. Die Feuerwehrleute mussten aber die Fassadenverkleidung und Isolierung öffnen, um letzte Glutnester abzulöschen.

Foto: NEWS & ART

Ochsenwerder. Am Montagabend hat schon wieder ein hölzernes Stelzenhaus am Overwerder Bogen gebrannt - wohl erneut Brandstiftung.

Ochsenwerder. Unfassbar: Offenbar hat der Brandstifter von Ochsenwerder schon wieder im Stelzenhausdorf am Overwerder Bogen zugeschlagen - zum fünften Mal innerhalb von nur drei Wochen!

Am montagabend gegen 21 Uhr brannte die Fassade eines der abgelegenen Ferienhäuser. Glücklicherweise entdeckte eine Streife der von Bewohnern wegen der Brandstiftungen organisierten Nachtwachen das Feuer im Entstehen. Nachbarn konnten den Fassadenbrand daher schon vor Eintreffen der Feuerwehr löschen. Die Berufswehr Bergedorf und die freiwilligen Wehren Hohendeich sowie Kirchwerder-Süd übernahmen die Nachlöscharbeiten.

Die Feuerwehrleute übernahmen die Nachlöscharbeiten, kontrollierten die Fassade mit einer Wärmebildkamera und entfernten Holzverschalung sowie Isolierung, um an Glutnester in der Wand heranzukommen. Es entstand größerer Sachschaden. Die Bewohner waren zum Zeitpunkt des Feuers nicht im Haus. Die Feuerwehr musste ein Fenster einschlagen, um das Haus von innen zu kontrollieren.

Einer der "wachsamen Anwohner" hatte am Overwerder Bogen eine verdächtige Person entdeckt. Diese flüchtete in Richtung Zollenspieker. Eine Sofortfahndung der Polizei verlief erfolglos. Ob überhaupt ein Zusammenhang mit dem Feuer besteht, ist jedoch unklar.

Es ist bereits der fünfte Brand am Overwerder Bogen binnen drei Wochen. Die letzten vier Brände hatte ein Brandstifter gelegt - vermutlich war der unbekannte Feuerteufel nun wieder unterwegs. Im Deichvorland zwischen hohendeicher see und Stromelbe stehen retwa 500 Wochenendhäuser. Sie sind wegen der regelmäßigen Überschwemmung des Gebiets auf Pfählen gebaut - daher Stelzenhaus-Siedlung.

An einem dieser Pfähle brach nach ersten Erkenntnissen vor Ort aus das Feuer gestern Abend aus. Möglicherweise waren Grillanzünder auf den Pfahl gelegt worden und die Flammen entzündeten die Fassade. Reste von Grillanzündern konnte die Polizei bereits bei der ersten versuchten Brandstiftung Mitte April sicherstellen. Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA 45 - Brandermittlung) untersuchen die Vorfälle mit Hochdruck und gehen von einer Brandstiftungsserie aus.

Diesmal war das Feuer hochgefährlich, weil das betroffene Holzhaus zwar vom Hauptweg abgelegen, aber zu drei weiteren Wochenendhäusern in enger Nachbarschaft steht. "Wenn die Bewohner den Brand nicht umgehend bemerkt hätten, hätte dies katastrophal enden können", sagte ein Feuerwehrmann vor Ort.

Am 18. April war ein voll ausgestattetes Ferienhaus ausgebrannt, vergangene Woche ein zweistöckiges Gartenhaus mit Werkstatt. Zwei weitere Feuer konnten schneller entdeckt werden, hier brannten nur Fassaden und Treppen. Das Gelände ist weitgehend unbeleuchtet und sehr unübersichtlich.