Petition gestartet

Bürgerinitiative formiert sich gegen Dove-Elbe-Öffnung

Die Dove-Elbe in Höhe des Regattazentrums. Die Bürgerinitiative fürchtet, dass Wassersportarten wie Paddeln nach der Öffnung der Dove-Elbe nicht mehr möglich sind.

Die Dove-Elbe in Höhe des Regattazentrums. Die Bürgerinitiative fürchtet, dass Wassersportarten wie Paddeln nach der Öffnung der Dove-Elbe nicht mehr möglich sind.

Foto: Thomas Heyen

Bergedorf. Gegen die Idee, die Dove-Elbe wieder der Tide auszusetzen, hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Sie hat eine Petition gestartet.

Gegen die Machbarkeitsstudie zur Öffnung der Dove-Elbe für den Tideeinfluss der Elbe hat sich Protest formiert: Ob Anlieger, Gewerbetreibende, Bauern, Wassersportler oder Angler – sie alle haben sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen und wollen die Dove-Elbe in ihrer jetzigen Form erhalten.

2330 Unterschriften gesammelt

Im Internet (www.dove-el be-retten.de) hat die Initiative eine Petition gestartet, sammelt Unterschriften gegen die Öffnung des Flusses an der Tatenberger Schleuse. Bis gestern hatten bereits 2330 Unterstützer die Petition unterzeichnet. Angestrebt ist eine Gesamtzahl von 7100.

Angst vor Verschlammung des Flusses

Die Idee des Forums Tideelbe, die Dove-Elbe wieder dem Einfluss von Ebbe und Flut auszusetzen, erhitzt seit Wochen die Gemüter im Bezirk: Gegner fürchten eine Zerstörung des Ökosystems des Flusses, extrem negative Beeinträchtigungen der gewerbetreibenden Anlieger und der Freizeitnutzung, wenn der Fluss bei Ebbe zweimal am Tag trockenfällt, sich Sedimente ablagern und der Fluss dadurch nach und nach verschlickt. Die Befürworter erhoffen sich hingegen von der Öffnung, das Tidevolumen der Elbe zu erhöhen und damit Verschlickungen im Hafen zu mindern.

Mehrheit der Bürgerschaft treibt Machbarkeitsstudie voran

Nachdem die Fraktionen der Bezirksversammlung Bergedorf – mit Ausnahme der Grünen – sich vehement gegen eine Machbarkeitsstudie ausgesprochen hatten, brachte die FDP in der Hamburgischen Bürgerschaft einen Antrag ein, der in dieselbe Richtung abzielte. Er scheiterte jedoch an Grünen und SPD.

SPD streitet über Bürgerschaftsbeschluss

In den Reihen der Sozialdemokraten schlug diese Entscheidung hohe Wellen. „Wir waren sehr wütend und haben uns unseren Abgeordneten im Rathaus zur Brust genommen, warum er uns so in den Rücken fällt“, schimpfte Peter Gabriel. Besagter Abgeordneter – Gert Kekstadt – räumt ein, dass ihm die Entscheidung als Wahlkreisabgeordneter der Vier- und Marschlande nicht leicht gefallen sei. Allerdings habe es mehrere Gründe gegeben, den Antrag nicht in den Umweltausschuss zu überweisen: Dazu zählen die Vereinbarung der Bundesländer (Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg) zur Stiftung Tide-Elbe sowie die Koalitionsvereinbarung zwischen SPD und Grünen. Zudem sei der Antrag der FDP „nicht ausgereift“ gewesen. Mit der Machbarkeitsstudie gebe es jedoch noch keine Zustimmung der Bürgerschaft zur Öffnung der Dove-Elbe, betont Gert Kekstadt: „Meine persönliche Position ist, dass ich gegen eine Öffnung der Dove-Elbe bin.“

Grüne verteidigen Zuspruch zur Machbarkeitsstudie

In der jüngsten Bezirksversammlung verteidigten die Grünen erneut ihre Entscheidung, sich als einzige Partei in Bergedorf nicht für einen sofortigen Stopp der Machbarkeitsstudie einzusetzen: „Ein eingeschränkter lokaler Blick wird der Problemstellung einfach nicht gerecht“, sagte Frauke Rüssau. Ein Stopp der Studie sei „unverantwortlich“. Die anderen Parteien würden mit ihrer Forderung nach sofortiger Einstellung der Überlegungen „auch die Wirtschaftsinteressen des Hamburger Hafens infrage“ stellen. Frauke Rüssau kritisierte, „dass völlig außer Acht gelassen wird, dass sich viele Experten auf den Weg gemacht haben, um nach Lösungen zu suchen“.

CDU warnt vor Verschwendung von Steuergeldern

Jörg Froh (CDU) betonte, dass es bei dem Infoabend des Forums Tideelbe im Februar im Gymnasium Allermöhe nicht ein positives Signal aus den Reihen der mehr als 150 Besucher aus allen Branchen und Bereichen gegeben hatte, „sondern nur Kritik“. Er habe für die Petition der Bürgerinitiative „Rettet die Dove-Elbe“ bereits seine Stimme gegeben. „Wir sind gespannt, wie viel Steuergelder für die Machbarkeitsstudie nicht zielführend ausgegeben werden“, sagte Jörg Froh.

Persönlich bin ich gegen die Öffnung der Dove-Elbe.
Gert Kekstadt