Brandstiftungen

Im Stelzendorf herrscht Angst vor einem Feuerteufel

Das marode Haus nach dem Feuer, das im Eingangsbereich ausbrach.

Das marode Haus nach dem Feuer, das im Eingangsbereich ausbrach.

Foto: Thomas Heyen

Ochsenwerder. Drei Brände hat es in acht Tagen in dem idyllischen Ferienhausgebiet gegeben. Bewohner wollen nun Streife laufen.

Ochsenwerder.  Die Bewohner des idyllischen Stelzendorfes am Overwerder Bogen zwischen Elbe und Hohendeicher See fürchten sich vor einem Feuerteufel: Innerhalb von acht Tagen brannte am vergangenen Mittwoch zum dritten Mal eine der Holzhütten. Ein Nachbar hatte das Feuer zufällig bemerkt und konnte es mit einem Feuerlöscher bekämpfen. Die Feuerwehr rückte mit drei Wehren an, musste aber nur noch nachlöschen. Das marode Holzhäuschen ist seit mehr als 20 Jahren unbewohnt, berichten Nachbarn. Laut Polizei gehört es einer 58-Jährigen.

„Brandstifter haben ein leichtes Spiel“

Die Eigentümer der Hütten haben Angst, dass es in ihrem Dorf wieder brennt. „Hier ist alles dichtgewachsen und verwinkelt, haben Brandstifter ein leichtes Spiel“, sagt eine 54-Jährige, deren Ferienhaus nahe der Brandorte steht. Sie und ihr Mann übernachten diese Tage nicht in der Wohnung in der Innenstadt, sondern in der eigenen Hütte: „Wir sind jetzt besonders wachsam.“ Sie wünsche sich, dass die Polizei mehr Präsenz zeige.

Nächtliche Kontrollgänge

„Ich habe vergangene Nacht kaum geschlafen“, sagt Dörte Collipost (63), die ebenfalls eine Sommerresidenz auf Pachtfläche besitzt. „Man fragt sich, wann die eigene Hütte brennt“, fügt Nachbar Frank Wolff (48) hinzu. Er will mit weiteren Anliegern nun nächtliche Kontrollgänge machen.

Häuschen stehen auf Stelzen

Am Overwerder Bogen stehen im Deichvorland mehrere Hundert Wochenendhäuschen – wegen der regelmäßigen Überschwemmungen auf Stelzen. Nur wenig von dem jetzt betroffenen Haus entfernt, war in der Nacht auf den 18. April ein voll ausgestattetes Ferienhaus abgebrannt. Schon in der Nacht zuvor hatte die Holzfassade gebrannt. Da hatte ein Nachbar die Rauchentwicklung bemerkt und das Haus durch schnelles Eingreifen noch retten können.

Brandanschlag mit Grillanzündern

Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich bei dem ersten Feuer um einen Brandanschlag mit Grillanzündern gehandelt haben. An beiden Abenden waren die Eigentümer nicht in dem zweigeschossigen Haus.

Das für Brände zuständige Landeskriminalamt 45 hat „Ermittlungen in alle Richtungen“ aufgenommen. Noch sei ungeklärt, ob ein Zusammenhang zwischen den Bränden besteht und ob Brandstifter unterwegs sind, berichtet Laura John, Sprecherin der Polizei.