Elversweg

Rowdys brettern mit Auto über Kunstrasenplatz

Siegfried Niemand (62), Fußballabteilungsleiter des SCVM, auf dem Sportplatz am Elversweg, der von Rowdys mit einem Auto beschädigt wurde.

Siegfried Niemand (62), Fußballabteilungsleiter des SCVM, auf dem Sportplatz am Elversweg, der von Rowdys mit einem Auto beschädigt wurde.

Foto: Thomas Heyen

Ochsenwerder. Der Schaden auf dem Platz des SCVM könnte im sechsstelligen Bereich liegen. Eine Anwohnerin filmte die Täter.

Ochsenwerder.  Die Fußballer im Sport-Club Vier- und Marschlande (SCVM) sind entsetzt: Unbekannte sind mit einem Kleinwagen über den Kunstrasenplatz am Elversweg gefahren. Sie drehten einige Runden, bremsten, beschleunigten und rutschten über den Platz. Der kann nun – mitten in der laufenden Saison – nicht mehr bespielt werden, ist gesperrt.

Das Bezirksamt, Eigentümer des Platzes, will nun einen Gutachter beauftragen, um die exakten Schäden festzustellen. Die SCVM-Verantwortlichen fürchten große Schäden, deren Reparatur Wochen oder Monate andauern könnte.

Tor war unverschlossen

In dem grauen Kleinwagen sollen drei Männer gesessen haben. Sie drehten am Sonntagnachmittag auf dem Fußballplatz ihre Runden. Sie gelangten über einen Wirtschaftsweg zu dem unverschlossenen Tor, das auf das Gelände führt. „Mehrere Anwohner haben die Aktion beobachtet“, sagt Siegfried Niemand, Leiter der Fußballabteilung des SCVM.

Eine Anwohnerin zückte ihr Handy und filmte, als die drei Männer nach der Aktion über den Elversweg zurück fuhren. Die Speicherkarte übergab sie Platzwart Stefan Esser, der brachte sie zur Polizei, wo er Anzeige gegen Unbekannt erstattete. Auf dem Video soll auch das Kennzeichen des Pkw zu erkennen sein. Deshalb ist Polizeiposten Knuth Witt zuversichtlich, dass die Rowdys bald ermittelt werden können.

„Reparaturkosten mindestens fünfstellig“

Für die jungen Männer könnte das Sportplatz-Cruisen ein teurer Spaß werden: „Die Reparaturkosten sind mindestens fünfstellig, können aber auch sechsstellig sein“, sagt Niemand. Denn der sieben Jahre alte Kunstrasen wird lediglich von besonders feinem Quarzsand fixiert. Davon liegen allerdings einige Tonnen auf dem Plastikrasen.

„Der Rasen könnte nun komplett verschoben worden sein. Er ist an etwa 20 Stellen zusammengeklebt. Diese Stellen können beschädigt worden sein. Hoffentlich muss der Rasen nicht hochgenommen werden, um den Schaden einzuschätzen, denn das würde richtig aufwendig“, sagt der 62-Jährige.

Sein Problem: Der gesamte Spielbetrieb aller rund 20 Teams – von der G-Jugend (ab sechs Jahre) bis zu den Supersenioren – müsste verlagert werden. Niemand: „Vielleicht können die Reparaturen ja erst in der Sommerpause vorgenommen werden – das wäre sehr hilfreich.“ Zu den Leidtragenden gehört auch die benachbarte Grundschule Ochsenwerder. Die Kinder können dort nun weder vor- noch nachmittags Sport treiben.

Spielbetrieb neu koordinieren

Fußballabteilungsleiter Niemand muss nun den gesamten Spielbetrieb neu koordinieren. „Das ist sehr schwierig, denn wir können nur auf die Plätze in Fünfhausen und Zollenspieker ausweichen. Doch dort gibt es so gut wie keine Trainingszeiten mehr.“

Der Platz am Sporthallenweg in Fünfhausen ist zudem aus echtem Rasen „und den sollten wir nicht überstrapazieren“, betont Niemand. Denn einen erhöhten Mehraufwand (Kosten für Material und Platzwart) müsste zumindest vorläufig der Verein tragen, sagt der 62-Jährige.

Immer wieder Beschädigungen

Immer wieder komme es auf der Anlage am Elversweg zu Beschädigungen, die von Vandalen verursacht würden, berichtet Niemand: „Erst vor wenigen Monaten wurde unsere Materialgarage beschmiert. Häufiger finden wir zerschlagenes Glas, werden dort Feuerwerkskörper gezündet.“ Deshalb seien die Sportler den aufmerksamen Nachbarn sehr dankbar.

Wenn die Verursacher nicht verantwortlich gemacht werden können, bleibt der Steuerzahler auf den Reparaturkosten sitzen: Sportplätze sind in der Regel öffentlich zugänglich und nicht versichert.