Neues Konzept

Konfirmation nun mit 14 Jahren

Janina Wong freut sich auf die neuen Konfirmanden in Kirchwerder: „Wir erwarten einen starken Jahrgang.“

Janina Wong freut sich auf die neuen Konfirmanden in Kirchwerder: „Wir erwarten einen starken Jahrgang.“

Foto: Thomas Heyen

Kirchengemeinde Kirchwerder passt sich schulischen Anforderungen der Jugendlichen an.

Kirchwerder.  Teenager im Alter von 15, 16 Jahren, haben in Jahrgang neun und zehn besonders viel um die Ohren, weil sie ihren ersten oder mittleren Schulabschluss machen müssen. Einige beschäftigen sich auch mit der Suche nach dem richtigen Ausbildungsplatz. Sind die Schüler auch noch Konfirmanden, wird es für sie richtig eng. Das hat Janina Wong schon häufig festgestellt. Als angehende Gemeindepädagogin ist sie in der Kirchengemeinde St. Severini zu Kirchwerder mit zuständig für die Konfirmanden und die Jugendarbeit. „Doch wir tun den Jugendlichen mit unseren Angeboten keinen Gefallen“, sagt die 31-Jährige. „Schließlich sollen sie Spaß haben – und keinen zusätzlichen Druck.“ Deshalb wird das Konzept für die Konfirmanden von Grund auf verändert.

Ein Jahr Unterricht

Der neue Konfi-Jahrgang, der von morgen an angemeldet werden kann, wird nicht mehr wie bisher über – je nach Lage der Sommerferien – eineinhalb bis zwei Jahre unterrichtet, sondern nur noch ein Jahr. Die Teilnehmer sollen bereits im Alter von 14 Jahren konfirmiert werden – nicht erst mit 15, 16.

Das neue Konzept stieß in der Gemeinde nicht überall auf Zustimmung, berichtet Janina Wong. Deshalb habe die schon lange geplante Umsetzung auf sich warten lassen. In anderen Kirchengemeinden würden die Jugendlichen schon seit vielen Jahren als 14-Jährige konfirmiert, berichtet Janina Wong. „In Kirchwerder war die Konfirmation immer und ewig nach Abschluss der Volksschule, also, wenn die Jugendlichen 15, 16 Jahre alt sind“, sagt sie. „Von da an durften die Jugendlichen auch mal ein Bier trinken, waren sie an der Schwelle zum Erwachsenwerden.“ Mit diesem Einklang – Schulabschluss, Konfirmation, Kneipe – sei es aber spätestens Ostern 2020 vorbei. Dann wird der erste Ein-Jahr- Jahrgang konfirmiert.

Jugendliche sollen selbst entscheiden

„Mit 14 ist man religionsmündig, kann man über die Taufe selbst entscheiden. Das war uns wichtig, dass nicht die Eltern darüber entscheiden.“, sagt die 31-Jährige.

Der Unterricht wird künftig verdichtet, ist wöchentlich statt alle zwei Wochen. Beginnen wird er erst im August, nach den Sommerferien. Trotzdem startet die Konfirmationszeit am 26. Mai, mit einem Einführungsgottesdienst. In den ersten Monaten sollen die Kinder „über die Jugendarbeit in Kontakt mit der Gemeinde kommen“ und mindestens bei einer Aktion, etwa einer Fahrradtour oder einem Lagerfeuerabend, dabei sein.

Im Laufe des Jahres müssen sie dann rund ein Dutzend Gottesdienste besuchen und auch mal in der Gemeinde mitanpacken, etwa auf dem Friedhof Unkraut jäten. „Auch in unserer Jugendwohnung am Kirchenheerweg 77 müssen sie mal auftauchen“, sagt Janina Wong.

Weiter für Jugendangebote begeistern

Neu ist auch, dass die Konfirmanden die gesamte Zeit von demselben Mitarbeiter oder Pastor unterrichtet werden. „Bisher habe ich sie nur im ersten Jahr unterrichtet, dann haben die Pastoren übernommen.“ Doch danach habe die 31-Jährige oft den Kontakt zu den jungen Leuten verloren. „Künftig werden wir sie hoffentlich auch nach ihrer Konfi-Zeit für die Jugendangebote begeistern können.“

Zum Konfirmationsunterricht in Kirchwerder können die Kinder morgen und übermorgen, 17 bis 19 Uhr, im Kirchenbüro am Fersenweg 537 angemeldet werden. Für den Unterricht im Gemeindezentrum Fünfhausen sind Anmeldungen am Donnerstag, 28. März, 17 bis 19 Uhr, möglich.