Deponie

Wird Feldhofe zum „Energieberg“?

Auf der Schlickdeponie Feldhofe könnten sich ab 2025 Windräder drehen.

Auf der Schlickdeponie Feldhofe könnten sich ab 2025 Windräder drehen.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Noch bis 2025 wird auf dem Areal in Moorfleet Hafenschlick entsorgt. Grüne bringen Planung für die Zeit nach der Nutzung als Deponie in Gang.

Moorfleet.  Bergedorfs Grüne wollen den Schlickberg Feldhofe in einen „Energieberg“ verwandeln. Auf dem Gelände zwischen den Autobahnen 25 und 1, dem Gewerbegebiet Allermöhe und der Justizvollzugsanstalt Billwerder wird noch bis 2025 Hafenschlick entsorgt. Die Höhe der Deponie soll in den kommenden sechs Jahren auf insgesamt 38 Meter anwachsen.

Als Vorbild für den „Energieberg“ Feldhofe dient den Grünen die frühere Sondermülldeponie Georgswerder in Wilhelmsburg: Dort erzeugen zwei Windkraftanlagen und eine Photovoltaikanlage umweltfreundlichen Strom. Natürlich müsse auch in Moorfleet die Eignung des Untergrundes – mit Schwermetallen belasteter Schlick aus dem Hamburger Hafen – sorgfältig geprüft werden, betonen die Politiker.

Möglichkeiten der Energiegewinnung

In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses im Bergedorfer Rathaus referierte Marcus Heilmann von der Hamburg Port Authority (HPA, ehemals Strom- und Hafenbau) über mögliche Folgenutzungen der Baggergut-Monodeponie. „Möglich ist dort das Aufstellen von Solarthermie- oder Geothermie-Anlagen zur Gewinnung von Wärme“, sagte er. Auch eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung könne auf dem Schlickberg installiert werden.

Liesing Lühr (Grüne, Vorsitzende des Umweltausschusses) favorisiert Windkraftanlagen. Dafür habe es jedoch vor sechs Jahren schon einmal einen Prüfantrag seitens der Bürgerschaft gegeben, berichtete der HPA-Mitarbeiter. „Es wurde nicht für alle technischen Fragen eine Lösung gefunden“, sagte Heilmann. Deshalb habe die Umweltbehörde das Vorhaben verworfen. Die Nähe zur Straßen und Hochspannungsleitungen soll ausschlaggebend gewesen sein.

Eingriff ins „Oberflächenabdichtsystem“

Egal, welche Energiegewinnungsvarianten gewünscht seien, der Eingriff ins „Oberflächenabdichtsystem“ der Deponie sei in jedem Fall erheblich, betonte Heilmann. „Genehmigungsrechtlich ist das in jedem Fall aufwendig.“ Hinzu käme, dass die geltende Genehmigung „auch eine gewisse Freizeitnutzung“ vorsehe. Deshalb präsentierte der HPA-Mann eine Grafik, auf der die Flächen für die Energiegewinnung am Rande des Hügels markiert sind, während im Innenfeld Freizeit vorgesehen ist.

Windräder „noch einmal prüfen“

Dagmar Strehlow (SPD) möchte energietechnisch „das Maximale rausholen“, Uwe Bauer (Die Linke) fordert „ein Konzept“ und Liesing Lühr will die Möglichkeit der Aufstellung von Windrädern „unbedingt noch einmal prüfen“ lassen.

Im Mai soll das Thema erneut auf der Tagesordnung stehen. Dann sollen auch Politiker aus dem Regionalausschuss dabei sein. Deren Zuladung in den Umweltausschuss wurde nämlich vergessen.