Helmut Brysinski

Was macht Helmut Brysinski? Urlaub vom Urlaub

Helmut Brysinski genießt im Hafen von Husum einen Kaffee.

Helmut Brysinski genießt im Hafen von Husum einen Kaffee.

Foto: Brysinski

Er hat jahrzehntelang als Diakon in der Neuengammer St.-Johannis-Gemeinde gewirkt. Was macht Helmut Brysinski heute?

Neuengamme/Hattstedt.  Sie waren bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“. Und was machen sie heute? In unserer Serie berichten wir über bekannte Menschen aus den Vier- und Marschlanden und ihr heutiges Leben.
Helmut Brysinski, bis vor knapp zwei Jahren Diakon der Kirchengemeinde Neuengamme, macht jetzt häufiger Urlaub vom Urlaub. Der 65-Jährige lebt mit seiner Frau dort, wo andere Urlaub machen, in Hattstedt (Nordfriesland).

Das Paar sitzt gern in seinem Strandkorb im Garten oder schlendert Kaffee trinkend durch den Hafen der nur fünf Kilometer entfernten Stadt Husum, genießt das gesunde Klima an der See. Zwischendurch zieht es Annemarie (65) und Helmut Brysinski allerdings auch in die Welt hinaus. Rhodos und die iberische Halbinsel locken sie ebenso wie Wien und Nürnberg. „Das nennt man dann Freizeitstress“, sagt der frühere Diakon und lächelt.

Obwohl die Brysinskis schon vor 30 Jahren ein Ferienhaus in Hattstedt erwarben, sind sie von dem großen kulturellen Angebot ihrer neuen Heimat überrascht: „Weil sich hier auch viele Touristen aufhalten, gibt es jede Menge Dorf- und Stadtfeste, große Flohmärkte, Kneipenfestivals, Theateraufführungen und Konzerte“, sagt der Neuengammer, der gerade bei Jürgen von der Lippe war und sich auf Achim Reichel freut. Es falle ihm oft schwer, sich zu entscheiden, sagt Brysinski – zumal nicht selten auch Nachbar Klausi mit Bier und Köm in seiner Garage lockt. „Manchmal mache ich aber auch eine lange Weile nichts außer lesen.“

Sehnsucht nach den Enkelkindern

In seiner alten Heimat vermisst Helmut Brysinski vor allem seine beiden Enkelkinder. „Aber wir sehen uns häufiger. Am Sonnabend kommt mein jüngster Sohn mit seiner Familie zu Besuch.“ Zu den Geburtstagen der beiden Söhne, der Schwiegertöchter und Enkel sind Helmut und Anneliese Brysinski in Bergedorf. „Dann schaue ich auch gern auf einen Kaffee im Gemeindehaus vorbei“, sagt der 65-Jährige, der fast 40 Jahre Diakon in Neuengamme war und dort Ende der 90er-Jahre das jährliche Historische Spiel initiierte. „Das war eine tolle Zeit, aber mein berufliches Leben ist eben vorbei.“

Ehrenamtlich als Schöffe

Nur Freizeit ist Brysinski allerdings auch nicht recht: Deshalb engagiert er sich ehrenamtlich als Schöffe im Bereich des Jugendstrafrechts: Heute hat er im Husumer Amtsgericht seinen ersten Einsatz. „Als Schöffe brauche ich nicht so früh aufstehen. Das konnte ich schon früher nicht“, sagt er und grinst.

Im Sommer will der Ex-Diakon im Watt südlich von Nordstrand auf Schatzsuche gehen: Dort soll eine sagenumwobene Kiste des Freibeuters Claas Störtebeker verbuddelt sein. Er werde sich als Wattwurmsammler tarnen, sagt Brysinski und grinst.