Forum Tideelbe

Politik (fast) einig: Hände weg von der Dove-Elbe

Bergedorf.  Die Überlegungen des Forums Tideelbe, die Dove-Elbe wieder Ebbe und Flut auszusetzen, erhitzen weiterhin die Gemüter: Fast einstimmig erteilte der Regionalausschuss den Plänen nun eine Absage: „Eine Machbarkeitsstudie ist rausgeschmissenes Geld“, sagte Peter Gabriel (SPD). Einzig Frauke Rüssau will der Machbarkeitsstudie eine Chance geben. „Man sollte die Ergebnisse abwarten, um zu einer Entscheidung zu kommen“, sagte die Grünen-Politikerin.

Leben am und auf dem Wasser nicht gefährden

Bei den anderen Fraktionen sind aber schon jetzt die Bedenken vor den Auswirkungen einer Öffnung der Dove-Elbe zur Stromelbe viel zu groß: Peter Gabriel konnte sich noch daran erinnern, wie es war, durch Schlick und niedriges Wasser der Dove-Elbe zu waten, bevor 1952 die Tatenberger Schleuse gebaut und die Dove-Elbe damit vom Strom abgeschottet wurde. Seitdem habe sich nicht nur ein neues Ökosystem entwickelt und die Wasserqualität erheblich verbessert. Auch die Berufsschifffahrt, Hobby- und Wettkampfsport habe sich dort etabliert.

„Die Regattastrecke wurde für viel Geld ausgebaut und funktioniert nun mal nur bei einem stehenden Gewässer“, betonte der Sozialdemokrat. All das etablierte Leben in und auf dem Wasser sei nicht möglich, wenn die Dove-Elbe bei Ebbe so gut wie trockenfallen würde.

Ebenso war Jörg Froh überzeugt, dass man das keinesfalls aufs Spiel setzen dürfe: Verärgert zeigte sich der CDU-Politiker auch darüber, dass die Politik erst durch die Initiative von Vereinen von den Überlegungen des Forums Tide-Elbe erfahren habe. „Da hat man das Pferd doch von hinten aufgezäumt, ohne den Willen der Bürger und der Politik“, sagte Froh. Markus Gronau (CDU) fürchtet gar, dass die Vier- und Marschlande zum „Experimentierfeld des Tidemanagements“ würden.

Mit der Verabschiedung des interfraktionellen Antrags von CDU und SPD wird Bezirksamtsleiter Arne Dornquast nun gebeten, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass die Planung einer Machbarkeitsstudie sofort gestoppt wird. Spätestens im April soll das Ergebnis im Regionalausschuss vorgestellt werden.