Mittlerer Landweg

Sportanlage Billwerder eingeweiht: Heimat für 51 Vereine

Einweihung der Sporthalle am Mittlerer Landweg: Kinder toben durch den 3,8 Millionen Euro teuren Neubau.

Einweihung der Sporthalle am Mittlerer Landweg: Kinder toben durch den 3,8 Millionen Euro teuren Neubau.

Foto: Thomas Heyen

Billwerder. Sportanlage am Mittleren Landweg – Einfeldhalle feierlich eingeweiht. Noch müssen sich die Sportler allerdings gedulden.

Billwerder.  Kinder aus der benachbarten Flüchtlingssiedlung Gleisdreieck tobten gestern schon durch die neue, teilbare Einfeldhalle, als diese noch gar nicht offiziell eingeweiht war. Insgesamt 5,26 Millionen Euro hat die Stadt in den Hallenbau (3,8 Millionen Euro) und die neuen Außenanlagen (1,4 Millionen Euro), darunter ein Kunstrasen-Fußballplatz mit Flutlichtbeleuchtung, investiert. Ein „Ort der Begegnung“ nannte Andy Grote, Senator für Inneres und Sport, die neugestaltete Sportanlage am Mittleren Landweg. Bezirksamtsleiter Arne Dornquast sprach von „gelebter Integration“.

Die neue Halle am Mittleren Landweg ist die einzige im Besitz des Bezirks, alle anderen 50 Schulturnhallen in Bergedorf sind Eigentum der Schulbehörde und werden vom Bezirk lediglich mitgenutzt. Der Bezirk bezahlt einen Hallenwart (Stefan Esser) und einen Sportplatzwart (Marcel Bley), beides Vollzeitkräfte.

Nutzung frühestens ab Februar

Noch können die Sportler am Mittleren Landweg allerdings nicht loslegen: Sportgeräte wie Boxsäcke und Kletterseile, Basketballkörbe und Sprossenwände müssen noch geliefert und installiert werden. „Frühestens Anfang Februar kann die neue Halle genutzt werden“, sagt Fred Osterhage, Sportreferent im Bezirksamt.

Auch der Kunstrasenplatz ist noch nicht freigegeben: „Er ist mit Sand verfüllt und muss abgezogen, also plangemacht, werden“, sagt Osterhage. Dies soll „je nach Wetterlage in den kommenden Tagen“ passieren. Osterhage werde den ETSV benachrichtigen. Denn der Verein ist mit seinen Fußballmannschaften der Hauptnutzer des neuen Platzes.

Improvisierter Spielbetrieb

Der ETSV-Vorstand äußerte gestern wenig Verständnis für den Zeitplan: „Wir müssen mit dem Spielbetrieb improvisieren, haben keine Trainingsmöglichkeiten und wissen kaum noch wohin“, sagt Marcel Steinwedel. Problematisch sei auch, dass der Umbau der Umkleideräume noch nicht abgeschlossen sei.

Von diesen kleineren noch ausstehenden Arbeiten wollte sich Andy Grote die Feierlaune nicht verderben lassen: „Hier werden viele Menschen eine sportliche Heimat finden“, sagte er in seiner Ansprache und nannte mit „Boxen, Fitness, Tischtennis, Yoga und diversen Ballsportarten“ nur einige der zahlreichen Sportarten, die dort bald ausgeübt werden. Neben dem ETSV würden auch der SVNA, die TSG, der SCA, der Bergedorfer Verein für Völkerverständigung und viele andere die Halle nutzen – insgesamt 51 Vereine und Verbände teilen sich an sieben Tagen die Woche zwischen 8 und 22 Uhr die Hallenzeiten.

Halle „für alle Nachbarn“

Die Unterkunft Gleisdreieck bezeichnete Senator Grote als „Auslöser für diese Sporthalle“. Sie sei „aber für alle Nachbarn“ gebaut worden – auch mit Blick auf den geplanten Stadtteil Oberbillwerder. Denn, so betonte Bezirkssamtsleiter Dornquast, bei dem neuen Stadtteil sei „Weitblick gefragt“: Die neue Sportanlage sei „die erste Keimzelle zur Entwicklung Oberbillwerders“.

„Hier war echt Handlungsbedarf“, sagte Dornquast mit Blick auf die einst marode Sportanlage. Der Bezirksamtsleiter lobte – fast auf den Tag genau ein Jahr nach der ersten Baubesprechung – die sehr gute überbehördliche Zusammenarbeit bei der Neugestaltung der Anlage, die auch einen Beachvolleyball- und einen Streetballplatz sowie einen Calisthenics-Parcours umfasst. Die neue Halle hat im ersten Stockwerk einen Gymnastikbereich mit eigenen Umkleidekabinen.