Zollenspieker

Zollenspieker Fährhaus wird von Doppelspitze geführt

Karoline Pospiech (29) aus Hoopte ist neben Oliver Kahle (62) aus Reinbek die zweite Geschäftsführerin des Zollenspieker Fährhauses. Sie wird sich künftig vor allem um das Vier-Sterne-Hotel mit Blick auf die Elbe kümmern. 

Karoline Pospiech (29) aus Hoopte ist neben Oliver Kahle (62) aus Reinbek die zweite Geschäftsführerin des Zollenspieker Fährhauses. Sie wird sich künftig vor allem um das Vier-Sterne-Hotel mit Blick auf die Elbe kümmern. 

Foto: Thomas Heyen

Zollenspieker. Karoline Pospiech (29) ist zweite Geschäftsführerin des Vier-Sterne-Hotels. Oliver Kahle (62) bereitet seinen Rückzug vor.

Zollenspieker.  Oliver Kahle steht seit 2003 an der Spitze des Zollenspieker Fährhauses. Der geschäftsführende Gesellschafter hat das Hotel-Restaurant am Zollenspieker Hauptdeich 141 als eines der führenden Häuser im Hamburger Osten etabliert.

„In den vergangenen 16 Jahren konnten wir jährlich wachsenden Umsatz verzeichnen“, sagt Kahle. Betrug der Umsatz 2003 noch 1,2 Millionen Euro, waren es 6,4 Millionen 2018. Doch der 62-Jährige will sich „möglichst 2021“ aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Deshalb steht ihm schon jetzt eine zweite, gleichberechtigte Geschäftsführerin zur Seite – Karoline Pospiech.

„Laufender, fließender Übergang“

„Bei Karoline Pospiech weiß ich, dass ich das Haus in gute Hände gebe“, sagt Kahle., dem das „Vermächtnis meiner Arbeit“ sehr am Herzen liegt. Mit der neuen Doppelspitze soll „ein laufender, fließender Übergang“ geschaffen werden. „Wir bereiten die Generationsübergabe vor“, sagt der Vater von drei erwachsenen Kindern, der mit seiner Frau in Reinbek lebt.

Karoline Pospiech hat bereits von 2011 bis 2013 im Zollenspieker Fährhaus gearbeitet. Sie bereitete die Eröffnung des Neubaus im April 2012 administrativ mit vor, war auch beim Anfahren des Betriebs im neuen Hotel dabei. „Sie steckt in allen Bereichen en détail mit drin, kennt die Software für die Zimmerbuchungen ebenso wie die Vernetzung mit den verschiedenen Internetportalen. Sie ist mit unserer Preisgestaltung vertraut und mit allen unseren modernen Kassen“, sagt Kahle.

Beide Häuser „in Einklang bringen“

Die beiden Häuser – das historische Fährhaus und den Neubau – „in Einklang bringen“, das sei die große Herausforderung, sagt die 29-Jährige. Eine weitere Herausforderung sei die „Randlage“ auf dem Lande, betont Kahle: „Zum einen haben wir Gäste aus der ganzen Welt, die nach Hamburg reisen. Andererseits beherbergen wir Hamburger, die aufs Land wollen, darunter auch Tagungsgäste, die die ruhige Lage schätzen.“

Karoline Pospiech ist in Brandenburg aufgewachsen und lebt in Hoopte (Niedersachsen). „Von dort aus blicke ich direkt auf das Fährhaus“, sagt sie. Die ledige, kinderlose 29-Jährige ließ sich nach dem Abitur im Hotel am Holstenwall zur Hotelfachfrau ausbilden. Nun bringt sie frischen Wind ins Zollenspieker Fährhaus: Sie organisierte etwa den Relaunch des Internetauftritts und des Programmheftes des Hotel-Restaurants, macht bei facebook und Instagram auf die Angebote des Hauses aufmerksam. „Ich habe selten eine Fünf-Tage-Woche und arbeite selten acht Stunden am Tag“, sagt Karoline Pospiech. Hat sie doch mal Zeit, fährt sie am liebsten Motorboot. Die neue Geschäftsführerin mit Binnen- und Seeführerschein steuert auch das 300 PS starke Fährhaus-Sportboot „Stint“, wenn Hotelgäste auf der Elbe vom Zollenspieker zum Hamburger Hafen und zurück wollen. „Das macht mir am meisten Spaß.“

Weiterer Geschäftsführer gefragt

Oliver Kahle trug schon als 14-jähriger Page die Koffer von Brigitte Bardot. Wenn er nach einem halben Jahrhundert in der Hotelbranche in den Ruhestand geht, soll neben Karoline Pospiech ein zweiter Geschäftsführer die Geschicke des Hauses leiten. Kahle: „Frau Pospiechs Schwerpunkt wird das Hotel sein, während sich ihr Kollege vor allem um die Gastronomie kümmern soll.“