Neuengamme.

Schwerverbrecher flieht vor SEK

Grossfahndung 31-Jähriger entkommt Polizei am Neuengammer Hinterdeich – Suche mit Helikopter

Neuengamme.  Ein verurteilter Schwerverbrecher konnte in der Nacht zum Donnerstag in Neuengamme vor der Polizei fliehen. Der 31-jährige Mann war im Sommer wegen der Sprengung mehrerer Fahrkartenautomaten und Überfällen auf Tankstellen in Niedersachsen zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Er hatte diese aber nicht angetreten, ist untergetaucht.

Fahnder der Polizeiinspektion Heidekreis (Niedersachsen) suchten daher nach dem Flüchtigen und konnten diesen am Mittwoch in einem Haus am Neuengammer Hinterdeich ausfindig machen. „Wir mussten davon ausgehen, dass der per Haftbefehl Gesuchte bewaffnet ist und sich auch entschlossen gegen seine Festnahme wehren würde“, sagte Wiebke Hennig, Sprecherin der Polizeiinspektion Heidekreis. „Daher haben die Fahnder zunächst Verstärkung angefordert.“ Dafür wurden SEK-Kräfte, sowohl aus Niedersachsen als auch aus Hamburg, zusammengezogen. „Als diese gegen 21 Uhr das Gebäude überprüften, war der Mann unbemerkt geflüchtet.“

Suchaktion mit Hubschrauber und Mantrailer-Hund

Es folgte eine groß angelegte Suche nach dem Flüchtigen, die bis weit nach Mitternacht andauerte. Dafür wurden ein Dutzend Streifenwagen der Hamburger Landesreserve in Neuengamme zusammengezogen. Gemeinsam mit anderen Kräften der Bereitschaftspolizei umstellten die mit schusssicheren Westen, Helmen und Maschinenpistolen ausgerüsteten Beamten das unübersichtliche Grundstück am Neuengammer Hinterdeich.

Ein Polizeihubschrauber aus Niedersachsen fahndete mit Nachtsichtgerät und Wärmebildkamera aus der Luft nach dem Flüchtigen. Auch ein Personensuchhund, ein sogenannter Mantrailer, wurde für die Suche eingesetzt.

Trotz des großen Polizeiaufgebots konnte der 31-jährige entkommen. Gegen 1.30 Uhr wurde die Suchaktion abgebrochen. „Es besteht durch den Gesuchten keine konkrete Gefahr für die Bevölkerung in Neuengamme“, meint Polizeisprecherin Wiebke Hennig: „Wir gehen davon aus, dass er sich nur seiner Haftstrafe entziehen will.“

Der geflüchtete Mann ist im Heidekreis gemeldet. Er hat sich jedoch offenbar regelmäßig in dem Haus in Neuengamme aufgehalten.