Neuengamme

Umweltbehörde lässt vor „Eisabwurf“ warnen

Schilder weisen auf mögliche Gefahren unterhalb von Windkraftanlagen hin

Neuengamme. . Wollen sich Windradbetreiber aus der Haftung stehlen? Heiner Gronau, Leser unserer Zeitung, sind neue kleine Schilder südlich des Neuengammer Marschbahndamms, nahe den jüngst errichteten Windkraftanlagen, aufgefallen. „Achtung! Bei Frost Gefahr wegen Eisabwurf von Windenergieanlagen“ steht auf den Warnschildern. Wer diese angebracht hat und ob im Falle eines Unfalls die Haftung ausgeschlossen werde, fragt Gronau.

Die Schilder mussten von dem Unternehmen Vierländer Windkraft als Betreiber der Anlagen aufgestellt werden: Die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) erteilt „für den Schutz vor Eisabwurf und Eisabfall“ diverse Auflagen, bestätigt Sprecher Björn Marzahn. Unter anderem „sind im Umfeld der Windkraftanlagen Warnschilder aufzustellen“.

In der Regel stünden Windräder auf privatem Grund und seien mit ausreichend Abstand zu öffentlichen Wegen und Straßen errichtet, so Marzahn. Es handle sich um eine vorsorgliche Maßnahme für das unmittelbare Umfeld im Bereich der Rotorblätter. Marzahn: „Hier besteht vor allem eine Gefährdung für Landwirte oder Obstbauern beziehungsweise deren Mitarbeiter, die sich im Winter auf dem Feld unterhalb der Anlage aufhalten.“

Weitere Auflagen sind etwa eine spezielle technische Ausstattung der Windkraftanlagen. Sie müssen beispielsweise über eine entsprechende Sensorik verfügen, die es ermöglicht, Eisansatz an den Rotorblättern frühzeitig zu erkennen, um die Anlagen dann automatisch anzuhalten.

„Das Risiko, auf öffentlichen Wegen durch Eisabwurf verletzt zu werden, ist extrem gering“, sagt auch Klaus Soltau, Windkraft-Pionier der Bergedorfer NET Gruppe. Sollte doch einmal etwas passieren, hafte natürlich der Eigentümer beziehungsweise dessen Versicherung – nicht anders als bei Eiszapfen, die von einem Hausdach fallen.

Die an Windrädern montierte Sicherheitstechnik funktioniere zuverlässig: „Die Anlagen in Ochsenwerder wurden schon bei Temperaturen von plus einem Grad Celsius angehalten“, sagt Soltau. „Die Anlage erkennt einen Eisbelag von wenigen Millimetern.“