Dialog der Kulturen

Migranten-Netzwerk: US-Delegation nimmt viele Infos mit

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Billwerder.  Behördenmitarbeitern und Ehrenamtlichen diverser Initiativen aus Deutschland und den USA ermöglicht das Programm „Welcoming Communities Transatlantic Exchange“ (WCTE) Austausch zum Thema Aufnahme und Integration Geflüchteter. Im Frühjahr gab es ein Treffen in den USA, nun den Gegenbesuch in Deutschland, davon drei Tage in Hamburg.

Das Projekt Mi4Mi, ein Netzwerk für berufliche Perspektiven von Migranten für Migranten unter der Trägerschaft des Bergedorfer Alevitischen Kulturzentrums BAKM, leistet im Bereich der Integration Pionierarbeit. Sie wurde den Gästen aus den USA im Kulturheim Mittlerer Landweg vorgestellt. Mit Musik, Baklava (Gebäck) und einer Einführung in die alevitische Lebensphilosophie begrüßten Alper Dogan (BAKM) sowie die Mi4Mi-Mitarbeiter Hülya Yildiz und Deniz Yildirim die
22 Gäste, darunter drei Männer. Fouad Hamdan, Referent für Bürgerbeteiligung der Stadt Hamburg, und Jorge Birkner vom Bezirksamt Bergedorf begleiteten die Gruppe.

Zwei Dolmetscher übersetzten simultan die Erläuterungen über die Ziele des Netzwerks: „Wir bilden eine Brücke beim Dialog zwischen den Kulturen. Derzeit haben wir 66 Teilnehmer, davon
43 Männer und 23 Frauen mit einem Altersdurchschnitt von 35 Jahren“, sagte Yildiz: „Uns stehen 32 Ausbildungsplätze und 45 Jobs oder Praktika zur Verfügung, davon 15 in Bergedorf, in Betrieben, deren Inhaber ebenfalls einen Migrationshintergrund haben. Etwa zwei Dutzend Ehrenamtliche unterstützen uns.“

Ziel sei die Vermittlung in Arbeit, bei nicht ausreichenden Deutschkenntnissen werden die Teilnehmer entsprechend geschult. Yildiz: „Nur mit guten Sprachkenntnissen wächst das Selbstbewusstsein.“

Die US-amerikanischen Teilnehmer haben umfangreiche Kenntnisse zu Aufnahme und Integration, da Amerika als Einwanderungsland gilt. Jedoch sind dort Prioritäten anders als in Deutschland verteilt. Fouad Hamdan: „Dort muss mit viel politischem Gegenwind gekämpft werden – obwohl nur bis zu 80.000 Menschen pro Jahr in die USA flüchten. Drei Monate werden diese betreut und versorgt, danach müssen sie sehen wo sie bleiben. Bei uns dauert eine Integration mit Job und Heim etwa drei bis fünf Jahre, in denen die Geflüchteten umfassend betreut werden.“