Pflanzenschutzdienst

Unkraut weg ohne Chemie? Das geht, aber Infos fehlen

Moorfleet.  Drei Jahre ist es her, dass die Wirtschaftsbehörde ein Moratorium für Glyphosat verhängt hat. Seitdem darf das umstrittene Mittel in Hamburg auf Nichtkulturlandflächen – unter anderem auf öffentlichen Wegen und Plätzen, auch Sportplätzen und Friedhofswegen – nicht mehr zur Unkrautvernichtung eingesetzt werden. Firmen, Vereine oder Bezirksämter müssen sich nach Alternativen umsehen. „Die sind durchaus vorhanden, doch die kompakten Informationen darüber fehlen“, meint Dr. Malgorzata Rybak.

Die Leiterin des Pflanzenschutzdienstes der Wirtschaftsbehörde (BWVI) am Brennerhof und ihr Team organisierten daher einen Infotag, an dem in Vorträgen und durch Firmen über Möglichkeiten zur Unkrautbekämpfung ohne Chemie informiert wurde. Und die Anmeldezahlen geben Malgorzata Rybak Recht: „Wir hatten mehr als 100 Anmeldungen, mehr konnten wir gar nicht aufnehmen. Das ist ein Signal, dass das Thema den Leuten auf den Nägeln brennt“, sagt sie.

Ob mechanische Methoden, etwa Maschinen mit Bürsten oder Messern, oder thermische Methoden wie Heißluft, Heißschaum oder Brenner – die Experten im Brennerhof kamen übereinstimmend zu einem Ergebnis: „Eine Kombination aus beidem bringt den besten Erfolg“, sagt Malgorzata Rybak. Welche Kombination aus welchen Methoden die richtige sei, sei je nach Gelände, Witterung und Oberfläche verschieden.

Um bei Firmen, Vereinen und Bezirksämtern Licht ins Dunkel zu bringen, könne eine Infoveranstaltung im Brennerhof nur ein kleiner Schritt sein. Malgorzata Rybak wünscht sich, dass das Thema bundesweit aufgegriffen und wissenschaftlich behandelt wird. Die Politik müsse daran ebenfalls Interesse haben, um dem Einsatz von Glyphosat entgegenzuwirken.

Und auch am Brennerhof soll der Infotag kein Einzelfall bleiben: „Ich kann mir gut vorstellen, dass es ihn im Frühjahr wieder geben wird“, sagt Malgorzata Rybak.