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Schillernde Raupe wird zu schmuckem Falter

Schwalbenschwanz Warmer Sommer begünstigt Schmetterlings-Population

Kirchwerder. . Ein Schwalbenschwanz labte sich im Sommer am Nektar des Rotklees auf Kleegras-Feldern von Hof Eggers in der Ohe. Es blieb nicht die einzige Beobachtung dieser Art. Der Biologe Dr. Knud Schulz hatte in seinem Garten in Sasel ebenfalls im August den Tagfalter fotografiert. Dieser Sommer mit den warmen Temperaturen hatte es dem flugstarken und wanderfreudigen Schwalbenschwanz offenbar ermöglicht, sich in unserer Region nicht nur kurzzeitig aufzuhalten, sondern auch für Nachwuchs zu sorgen. Es ist anzunehmen, dass sich aufgrund des Klimas im September eine dritte Generation entwickeln konnte, deren Raupen sich nun beispielsweise in Lauenburg in einem naturnahen Gemüsegarten an Dillpflanzen ernähren konnten.

Während des doch recht kurzen Schwalbenschwanzlebens von nur zwei bis drei Wochen, legt ein Weibchen einzeln Eier auf Blätter von Doldengewächsen wie Möhren, Fenchel oder Dill, die Futterpflanzen für ihren Nachwuchs. Nach mehrfacher Häutung wächst die auffällig gezeichnete Raupe bis etwa vier Zentimeter Länge heran. Diese Raupenart besitzt eine Drüse in Form einer Stirn- oder Nackengabel (Osmaterium). Bei Bedrohung wird sie ausgestülpt und sondert ein übel riechendes Sekret ab.

Nun wird sich die letzte Raupengeneration verpuppen. Vor der eigentlichen Verwandlung zur Puppe entleert die Raupe ihren Darm und kriecht stundenlang unruhig umher auf der Suche nach einem geeigneten Verpuppungsplatz. Ein senkrechter stehender Zweig oder Stängel eignet sich zum Anheften. Mit einem von ihr gesponnenem Polsterfäden befestigt sich die Raupe mit dem Körperende an der Unterlage.

Dann spinnt sie zusätzlich in der Körpermitte einen Faden, der mit dem Zweig an dem sie hängt verbunden wird. Dieser Faden ähnelt einem Gürtel und so wird sie als Gürtelpuppe bezeichnet im Gegensatz zu einer Stürzpuppe anderer Falterarten, die baumelnd hängt. In der sicheren Gürtelaufhängung folgt dann die eigentliche Umwandlung. Der obere Mittelteil der Rückenhaut der Raupe platzt. Während annähernd sechs Minuten bewegt sich die Raupe kräftig hin und her und löst sich aus der dünnen Raupenhülle. Die meist grüne oder seltener auch graubraune Puppe wird überwintern. Ihre Zellen enthalten Frostschutz, so dass sie durch Kälte nicht zerstört werden können.

Im Frühjahr während mehrerer Tage bei Temperaturen um 20° Celsius wird sich aus der Puppe ein ansehnlicher Schwalbenschwanz entwickeln. Der Schwalbenschwanz ist in Deutschland eine besonders geschützte Art.