BeeSharing

In der Ohe summt und brummt es

Henning Beeken (l.) und Georg Eggers (2. v. l.)  freuen sich über mehr als eine million neuer Bewohner auf ihrem Hof Eggers: Dort haben

Henning Beeken (l.) und Georg Eggers (2. v. l.) freuen sich über mehr als eine million neuer Bewohner auf ihrem Hof Eggers: Dort haben

Foto: Lena Diekmann / Diekmann/BGZ

Kirchwerder. BeeSharing stationiert 40 Bienenvölker am Kirchwerder Mühlendamm. Bald gibt es Honig

Der Hof Eggers hat mehr als eine Million neuer Bewohner. Und das auf einen Schlag. Das Gute ist: Die schwarz-gelb gestreiften Gäste nehmen nicht viel Platz in Anspruch. Denn zu Rindern, Schweinen, Schafen und Menschen gesellen sich nun 40 Bienenvölker. Das Start-up ­BeeSharing mit Sitz in Wilhelmsburg hat den Hof als Standort gewählt.

Auf 4 Völker gehofft, daraus wurden 40

Damit geht ein Wunsch von Altbauer Georg Eggers in Erfüllung. Denn er versteht das historische Anwesen in der Ohe als Demonstrationshof, auf dem unter anderem die biologische Vielfalt gefördert wird. Dafür wurden in diesem Jahr Blühstreifen mit Sonnenblumen, Flachs und Malven angelegt, um die Insektenwelt zu unterstützen. Als Georg Eggers dann im Fernsehen einen Bericht über BeeSharing sah, bat er seinen Neffen und Hofchef Henning Beeken, das Start-up zu kontaktierten. „Wir hatten auf drei, vier Völker gehofft, aber dann wurden es sogar gleich 40“, sagt Henning Beeken. Und auch Bee­Sharing freut sich über den Standort: „Es ist einfach idyllisch hier. Der optimale Ort für unsere Bienen“, sagt Nils Gerber (29), neben Otmar Trenk und Wolfgang Reuter einer der drei BeeSharing-Gründer.

Netzwerk zwischen Landwirten und Imkern

Das Start-up setzt sich für den Erhalt und Schutz der Honigbiene ein und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Austausch zwischen Landwirten und Imkern zu verbessern. Dafür wurde 2016 eine GmbH gegründet und eine aufwendige Software programmiert, mit der online ein Netzwerk aufgebaut wird. Bestäubungsangebote werden dort zwischen Imkern und Landwirten vermittelt: Ein Landwirt gibt an, wie viel Hektar Anbaufläche er hat und bekommt Imker im Umkreis von maximal 150 Kilometern vermittelt, die die passende Anzahl an Bienen für die Bestäubung haben. „Die Erträge können dadurch deutlich gesteigert werden“, erklärt Nils Gerber, ehemaliger Student der Politikwissenschaften und ausgebildeter Bestäubungsimker. Auch der Transport der Bienen wird von BeeSharing organisiert.

Bald gibt es Hof-Eggers-Honig

Seit Oktober 2017 wurden bereits 18 000 Bienenvölker, 450 Imker, 1900 Hektar Anbaufläche und 112 Landwirte in dem Online-Netzwerk von Flensburg bis Südtirol registriert. „Die positive Resonanz freut uns sehr. Als Imker wissen wir genau, wie wichtig Vernetzung und Erfahrungsaustausch sind, um die Bienenwirtschaft ökonomisch und ökologisch erfolgreich zu betreiben“, so Nils Gerber,

Eichen geben Honig eine dunkle Färbung

Mittlerweile arbeiten knapp 20 Mitarbeiter für die Firma, die auch 150 eigene Bienenvölker besitzt. Wenn die Bienen nicht gerade im Bestäubungseinsatz sind, erholen sie sich an verschiedenen Standorten von der getanen Arbeit – wie auf dem Hof Eggers. Und dabei produzieren sie auch noch allerhand Honig: „Etwa 18 Kilo werden im Durchschnitt pro Volk in diesem Jahr geerntet“, sagt Bestäubungsimker John Petersen. So wird es auch schon bald den ersten Hof-Eggers-Honig geben. Er hat eine recht dunkle Färbung, vermutlich haben die Bienen häufig die benachbarten Eichen angeflogen, verrät John Petersen. „Ich konnte es auch richtig brummen hören in den Eichen“, sagt Hof-Chef Henning Beeken. Etwa zum Monatsende soll der Honig im Hofcafé zu haben sein.

Weitere Standorte für Honigbienen gesucht

Und die BeeSharing-Mitarbeiter sind weiter auf der Suche nach Standorten: Wer in den Vier- und Marschlanden oder Bergedorf einen guten Platz anbieten möchte, meldet sich bei BeeSharing unter www.beesharing.eu.