Billwerder

Künstler erobern Gotteshaus

Gemeinschaftsausstellung in der Kirche St. Nikolai

Billwerder.  Anton Engel (34) und Ina-Maria Schertel (79) aus Billwerder sowie Heinrich Wollitz (82) aus Lohbrügge zeigen „Kunst in der St.-Nikolai-Kirche“. Ihre Gemälde und Zeichnungen zieren am Sonnabend/Sonntag, 26./27. Mai, die Wände des Gotteshauses am Billwerder Billdeich 142.

Anton Engel, studierter Illustrator und Neu-Billwerderaner, verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf seiner Zeichnungen. Engel arbeitet freiberuflich, hat eigene Ausstellungen und veröffentlicht seine Werke in Magazinen. „Derzeit arbeite ich an einem Trickfilm, einem Musikvideo für eine Hamburger Band“, sagt er. In der Kirche wird der 34-Jährige vor allem Schwarz-Weiß-Bilder präsentieren, angefertigt mit Bleistift und Zeichentusche. Der Illustrator beherrscht auch die Kunst des Holzschnitts, einer Technik ähnlich dem Hochdruck, bei der Holzplatten auf Papier gewalzt werden.

Farbenfroher Blick aus dem Fenster

Ina-Maria Schertel zeichnet und malt seit mehr als 30 Jahren, ist auf keine Technik festgelegt. Auch für Skulpturen im Landart-Stil hat sie ein Händchen. Ihre Werke waren bereits in rund 80 Ausstellungen zu sehen. Die Öl-, Acryl- und Mischtechnikbilder, die sie nun in Billwerder ausstellt, sind auf Mazedonien-Reisen entstanden, bei denen die Künstlerin Klöster besichtigt hat. Ihr Acrylgemälde „Maifenster“ zeigt einen farbenfrohen Blick aus dem Fenster in einen Garten. Ina-Maria Schertel arbeitet „im richtigen Leben“ als Simultan-Dolmetscherin und Übersetzerin.

Heinrich Wollitz arbeitete früher als Druckvorlagenhersteller. „Wir haben Bilder für die Werbung aufgearbeitet“, sagt der 82-Jährige, der noch immer viel fotografiert. 1996, als er in Rente ging, startete Wollitz als Künstler voll durch. Er nahm Unterricht bei renommierten Kollegen wie Jan de Weryha aus Bergedorf. Wollitz malt mit Acrylfarben und Kreiden, fotografiert, bearbeitet Fotos am PC und erstellt Collagen. „Das Mischen von naturalistischer und abstrakter Kunst fasziniert mich“, sagt er. In Billwerder zeigt er unter anderem sein Acrylbild „Klimawandel“: Eine bedrohlich wirkende Stadtansicht, durch die gewaltige Wassermassen fließen.

Die Ausstellung ist Teil des Projekts „Kultur Landschaft Bergedorf“ (KuLaBe) mit mehr als 30 Ausflugszielen in ganz Bergedorf. Im Gegensatz zu den anderen Events wird jedoch keine KuLaBe-Eintrittskarte benötigt. Auch für das Konzert des Kammerchores Vokalkolorit am Sonntag, 27. Mai, 18 Uhr, ist der Eintritt frei (Spenden erbeten). Die Sänger werden von Angela Voß geleitet und von Maximilian Lojenburg an der Orgel begleitet.

Die Billwerder St.-Nikolai-Kirche hat an beiden Tagen zwischen 11.30 und 18 Uhr geöffnet. Am „KuLaBe“-Wochenende haben auch alle anderen Gotteshäuser in den Vier- und Marschlanden am Sonnabend und am Sonntag geöffnet. Im Juni, Juli, August und September sind sie an jedem vierten Sonntag im Monat zwischen 11.30 und 17 Uhr (Kernzeit) – manche auch länger.