Bilanz

Vierländer Feuerwehren: Viele Einsätze, viele Retter

Die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Bereich Vierlande haben viel zu tun. Das Archivbild zeigt einen schweren Unfall am Süderquerweg, zu dem die FF Kirchwerder-Süd ausrückte.

Die Freiwilligen Feuerwehren aus dem Bereich Vierlande haben viel zu tun. Das Archivbild zeigt einen schweren Unfall am Süderquerweg, zu dem die FF Kirchwerder-Süd ausrückte.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Bergedorf. Für den Bereich Vierlande fällt der Rückblick auf 2017 positiv aus. Die Wehren verfügen über mehr Einsatzkräfte als je zuvor.

Bergedorf.  Die sieben Vierländer Feuerwehren haben mehr Mitglieder als je zuvor: 252 Männer und Frauen engagierten sich 2017 in den Einsatzabteilungen, das sind zehn mehr als 2016 und durchschnittlich 36 Einsatzkräfte pro Wehr. Jede der sieben Wehren kommt auf mehr als 30 Kräfte. „Das ist gut so, denn durch Urlaub und Krankheit sind nicht alle Kräfte stets verfügbar“, sagt Karsten Dabelstein, Bereichsführer Vierlande.

Der Bereich hat rund zehn Prozent aller Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg, berichtet Dabelstein. „Das sind überproportional viele, da es in der Hansestadt insgesamt zwölf Bereiche gibt.“ Der 52-jährige Curslacker freut sich besonders über den hohen Anteil an Frauen: Mehr als 17 Frauen sind in den Einsatzabteilungen vertreten. „Erstmals sind in jeder Wehr auch Frauen“, sagt Dabelstein, der in den kommenden fünf Jahren die Anzahl weiblicher Kräfte auf mindestens 25 anwachsen sehen möchte.

Jugendförderung wichtig

Die drei Jugendfeuerwehren würden einen „verdammt guten Job“ machen, lobt der Bereichsführer: „Viele Mitglieder der Jugendabteilungen bleiben auch als Erwachsene in den Wehren und stehen uns über Jahrzehnte als etablierte Kräfte zur Verfügung“. Den Grundstein für die Rekrutierung des Nachwuchses legte vor 25 Jahren die FF Altengamme mit der Gründung der ersten Jugendfeuerwehr in den Vierlanden.

Weniger Erstversorgung als im Vorjahr

„Mit viel Engagement und Sachverstand“ hätten vor allem junge Feuerwehrleute sich vor kurzem bei einer Übungs- und Ausbildungsfahrt eingebracht. „Diese Kräfte sind ein Plus für die Vierlande“, sagt Dabelstein, der von dem Eifer der jungen Retter angetan war.

1090 Einsätze fuhren die Vierländer Wehren 2017, elf mehr als im Jahr zuvor. Dass die Zahl der Einsätze (837) im Rettungsdienst (Erstversorgung) um mehr als vier Prozent gegenüber 2016 sank, liege vermutlich an normalen Schwankungen, meint der Bereichsführer. Die Zahl der technischen Hilfeleistungen sei wiederum gestiegen. Vor allem die FF Neuengamme und die FF Warwisch, die in ganz Hamburg für Hilfeleistungen angefordert wird, hatten gut zu tun. Sie rückten 40-mal (Neuengamme) beziehungsweise 39-mal (Warwisch) aus, um Einsatzorte auszuleuchten, bei Lkw-Unfällen mit Spezialgerät zu helfen oder um Sturmschäden zu beseitigen. Alle Wehren zusammen fuhren 193 Hilfe-Einsätze. Insgesamt 60-mal rückten sie aus, um Brände zu löschen. die meisten Einsätze insgesamt fuhr die FF Neuengamme. Sie rückte 260-mal aus, im Jahr davor war sie „nur“ 235-mal im Einsatz.

Neuer Standort gesucht

Verbesserungswürdig sei laut Dabelstein die Unterbringung der Feuerwehrleute. Für die FF Kirchwerder-Nord wird beispielsweise schon seit Jahren ein neuer Standort gesucht, weil das Feuerwehrhaus am Norderquerweg zu klein ist. Die Suche laufe und es würden Gespräche geführt, betont Dabelstein, der den Beginn eines Neubaus „in drei bis fünf Jahren“ für realistisch hält.

Neue Technik soll Planung vereinfachen

Eine schnelle Verbesserung soll hingegen ein internes Internetportal für alle Feuerwehrangehörigen bieten, das im März aktiviert wurde und „bis Herbst vollständig laufen“ soll. Die neue Technik können etwa die Planung von Personal und Lehrgängen sowie die Verwaltung der Einsatzfahrzeuge vereinfachen. Auch die Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr ließe sich dadurch optimieren: „Es gibt einige Schnittstellen, etwa bei der Dokumentation von Einsätzen.“

Die nächste achtmonatige Grundausbildung zum Truppmann/Truppfrau startet im August. Teilnehmen können Männer und Frauen ab 17 Jahren. „Es gibt 20 Anwärter“, sagt Dabelstein, „aber wir haben noch Plätze frei“. Der aktuelle Ausbildungsjahrgang besteht aus 13 Anwärtern. Sie haben am 21. April ihre Abschlussprüfung. „Interessierte können sich bei den Wehrführungen melden.“ Internet: www.feuerwehr-hamburg.de.