Kirchwerder

Kastanie in bester Gesellschaft

Grüner Zirkel pflanzt weiteren Baum auf dem Hof Eggers

Kirchwerder.  Die Edel- oder Esskastanie ist „Baum des Jahres“. Rechtzeitig zum heutigen „Tag des Baumes“ pflanzte der Grüne Zirkel Vier- und Marschlande mit Manfred Braasch eine junge Esskastanie auf dem denkmalgeschützten Hof Eggers. Die Naturfreunde und Umweltschützer konnten den BUND-Landesgeschäftsführer als Paten gewinnen.

Prominente Baumpaten haben beim Grünen Zirkel Tradition: Unter anderem haben schon Umweltsenator Jens Kerstan und die zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank Bäume mit den Naturschützern gepflanzt.

Braasch kündigte an, „ein- bis zweimal im Jahr“ vorbeizukommen, um „seinen“ Baum zu besuchen. Der ist im norddeutschen Raum sonst selten zu finden. Das Buchengewächs starb durch die Eiszeit hierzulande aus. Die Römer brachten Edelkastanien wieder über die Alpen ins Land. In einigen Hamburger Parks wachsen stattliche Exemplare. Verbreiteter ist die Baumart jedoch in Süddeutschland.

Esskastanien werden bis zu 500 Jahre alt und bis zu 30 Meter hoch. Sie blühen ab einem Alter von zehn bis 30 Jahren. Die üppige Blüte im Juni und Juli lockt Bienen an. Die Früchte, Maroni, sind gesund. Sie enthalten Kohlenhydrate (41 Prozent), wenig Fett (zwei Prozent), Vitamin C, Ballaststoffe und Eiweiß.

Rolf Wobbe vom Grünen Zirkel hielt gestern eine kurze Rede und überreichte Braasch eine „Patenschaft-Urkunde“. Wobbe betonte, dass sich noch viele Generationen an dem Baum erfreuen werden. Braasch freut sich über jede Neupflanzung, „denn in Hamburg werden mehr Bäume abgeholzt als gepflanzt“. Die junge Kastanie ist in guter Gesellschaft: Walter Melau aus dem Grünen Zirkel hatte 31 Obstbäume gespendet – alte, regionale Sorten, die den langen Weg zwischen den Weiden säumen.

Der „Tag des Baumes“ wird seit 1952 jährlich am 25. April gefeiert. Agraringenieurin und Pflanzenexpertin Andrea Porps führt heute Interessierte zu Esskastanien und wilden Kräutern im Bergedorfer Schlosspark. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Café Chrysander, Chrysanderstraße 61. Die Teilnahme an der 90-minütigen Führung kostet 18 Euro.