Bio-Hof

Ackerperlen starten in die dritte Saison

Foto: Lena Diekmann / BGZ

Spadenland. Bio-Hof startet wieder durch. Mit Yoga, frischem Gemüse und guten Gesprächen.

Es geht wieder los: Die Ackerperlen starten vom heutigen Sonnabend an wieder durch. Und für den Start in die Saison hätten sie sich keinen besseren Tag aussuchen können. „Endlich wieder Sonne“, sagt Petra Schild, die gemeinsam mit ihrer Partnerin Alex Matissek-Schild vor zwei Jahren die Hofgründung wagte. Zum Saisonstart haben die Ackerperlen Grund zu feiern: „Wir haben jetzt den Biostatus“, sagt Alex Matissek-Schild. Im Winter wurde das Zertifikat erteilt.

Magere Ernte im vergangenen Jahr

Nun haben sich die beiden Frauen Sonnenschein verdient. Hatten sie doch – wie alle in Gartenbau oder Landwirtschaft – im vergangenen Jahr mit den großen Regenmengen zu kämpfen. „Immer im Matsch und Massen von Unkraut. Die Saison war eine große Herausforderung“, sagt Alex Matissek-Schild. Statt 1300 Liter Apfelsaft wie in 2016, gab es vergangenes Jahr magere 27 Liter. Auf Walnüsse mussten sie sogar ganz verzichten – die Bäume pausierten. 2016 hatten sie stolze 60 Kilogramm eingesammelt.

Doch immer, wenn es besonders schwierig wurde, gab es Lichtblicke aus der ganzen Welt: Freiwillige, sogenannte „Wwoofer“ (world wide opportunities on organic farms) sind das ganze Jahr über für durchschnittlich drei Wochen bei den Ackerperlen zu Gast, helfen auf dem Hof. Wie SoSo aus Hongkong oder Insa von Helgoland, die derzeit in Spadenland zu Gast sind. Aber auch aus England, Frankreich oder Neuseeland kamen schon Wwoofer: „Es sind immer tolle Leute, die auch so viel Energie mitbringen“, sagt Petra Schild.

Garten und Küche sind beliebter Treffpunkt geworden

Ohnehin ist der Hof (In der Weide 56) zu einem beliebten Treffpunkt geworden. Immer sonnabends laden die beiden Frauen ab 15 Uhr in ihren offenen Garten, wird dort Gemüse verkauft, geplaudert, gibt es dazu ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee. „Das klappt selbst bei schlechtem Wetter richtig gut, sitzen zwölf Leute in unserer Küche und quatschen. Einfach eine tolle Atmosphäre“, sagt Petra Schild.

Dazu bietet Alex Matissek-Schild jeden Sonnabend leichte Yoga-Kurse an (14 Uhr), alle zwei Wochen startet sie zu Wildkräuterspaziergängen, bringt den Teilnehmern die Schätze der Natur näher. In ihrer Vielseitigkeit haben die Ackerperlen, die zudem in einem roten Bauwagen Feriengäste beherbergen, ihr Erfolgsrezept erkannt: „Dadurch, dass wir so divers sind, kommen wir auch über die schwierigen Zeiten“, sagt Petra Schild.

Mut, immer mal was neues auszuprobieren

Die schlechte Ernte vom vergangenen Jahr soll sich aber nicht wiederholen: Die 3500 Quadratmeter große Gemüsefläche wird nun mit Salaten, Kohlrabi oder Radieschen bepflanzt. Schon bald wird es die erste Ernte wieder im Einzelverkauf oder in der Abokiste geben. Auch historische Kartoffelsorten sollen dabei sein: „Das ist ebenso unser Vorteil. Da wir nicht so groß sind, können wir auch schnell mal was Besonderes ausprobieren“, sagt Petra Schild.