Park

Essbare Wildpflanzen sollen eine Heimat bekommen

Andrea Porps inmitten von Rotklee. Die sehr jungen Triebe der Pflanze mit den lila Blüten schmecken im Salat.

Andrea Porps inmitten von Rotklee. Die sehr jungen Triebe der Pflanze mit den lila Blüten schmecken im Salat.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Fünfhausen. Andrea Porps ist fasziniert von Wildkräutern. Nun möchte sie gern einen Park als Bildungsstätte anlegen.

Fünfhausen.  Von vielen Menschen werden sie als Unkraut verschmäht. Doch für Andrea Porps sind sie so viel mehr: Essbare Wildpflanzen üben eine wahre Faszination auf die 47-Jährige aus. Die Fünfhau-senerin ist Fachberaterin für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen. Sie bietet Kurse und Führungen an, berät neuerdings auch gern im Garten ihrer Kunden. Nun möchte sie einen Park voller Wildpflanzen anlegen. Dafür sucht die 47-Jährige ein geeignetes Grundstück.

Wildpflanzenpark als Bildungsstätte

Andrea Porps möchte ein etwa einen Hektar großes Grundstück kaufen, um einen „Ewilpa – essbare Wildpflanzenpark“ anzulegen. „Der Park soll eine Bildungsstätte werden, in der sich Besucher bei Führungen über Wildkraut informieren können“, sagt sie. Bisher hat sie allerdings nur Flächen zur Pacht angeboten bekommen. „Das macht für mich jedoch keinen Sinn, da ich auch Bäume pflanzen möchte, deren Blätter ebenfalls genießbar sind. Die sollen aber nicht nach 25 Jahren plattgemacht werden, sondern als Projekt für die Nachwelt erhalten werden“, sagt Andrea Porps, die Vogelbeer-, Walnuss- und Haselnussbäume sowie Esskastanien pflanzen möchte.

Ähnliche Projekt gibt es in Bayern und im Saarland

In ihrem Park will sie zudem Beerensträucher, Beerenobst wie Felsenbirne und Kornelkirsche, etliche Kräuter und „vielleicht auch Ackerbegleitkräuter“ wachsen lassen. „Die Besucher sollen zu allen Jahreszeiten entdecken können, was es Schönes gibt“, sagt sie. Die Idee hat die Diplom-Agraringenieurin nicht erfunden. Es gibt bereits Wildpflanzenparks. Die Ewilpa-Stiftung betreibt sie etwa in Bayern, im Saarland und in der Oberpfalz. Internet-Infos gibt es unter www.ewilpa.net.

Natur hält üppiges Sortiment bereit

Derzeit sind so gut wie keine Wildkräuter zu finden, schließlich war die Pflanzenwelt von Schnee und Eis umhüllt. „Doch sobald es etwas wärmer wird, hat Mutter Natur ein üppiges Sortiment im Angebot“, sagt die Expertin. Gänseblümchen blühen bereits, Brennnesseln treiben wieder aus und auch der Spitzwegerich wird bald aufblühen. Daraus lassen sich hervorragende Getränke und Gerichte zubereiten, die das Immunsystem stärken und vor einer Erkältung schützen, betont die Fachfrau – vom Tee und Green Smoothie über Salat bis zu Pesto und Quiche.

Schleim lösen mit Gänseblümchen

„Gänseblümchen wirken schleimlösend und entzündungshemmend, schützen auch vor Vireninfektionen.“ Brennnesseln, laut Andrea Porps die „Königin der Wildpflanzen“, enthalten dreimal so viel Vitamin C wie Grünkohl und Brokkoli und fünfmal so viel Kalzium wie Spinat oder Milch. „Die Brennnessel ist perfekt für die basische Entgiftung“, sagt die 47-Jährige. „Mit Spitzwegerich sollte man sich im Sommer bevorraten. Dann wächst diese Pflanze richtig üppig.“ Spitzwegerich hilft gegen Husten und eignet sich, zerrieben auf die Haut aufgetragen, gegen Insektenstiche.

Weitere Infos zu Andrea Porps und ihren Wildpflanzenprojekten gibt’s im Internet: www.wildpflanzenge schenke.de. Dort finden sich auch Kontaktmöglichkeiten.

Neue Ausgabe vom Magazin „Unser Land zwischen Bille und Elbe“

Über die Kräuterexpertin Andrea Porps berichten wir auch in der aktuellen Ausgabe unseres Magazins Unser Land zwischen Bille und Elbe“, das am 7. April erscheint. Abonnenten bekommen es ab dann mit ihrer Zeitung, zudem liegt es an mehr als 700 Verkaufsstellen in und um Hamburg bereit.