Kirchwerder

Buslinien sollen wieder bis in die City durchfahren

aktion der Landfrauen – Politik schlägt Alternativroute vor

Kirchwerder.  Die Kirchwerder Landfrauen gehen in die Offensive: „Einfache Durchfahrt für alle“, fordern sie und wollen fleißig Unterschriften sammeln.

Es geht um die Buslinien 120 und 124, die vom Landgebiet aus nicht mehr nach Hamburg durchfahren – und das offenbar noch jahrelang (wir berichteten). Doch das Umsteigen in Tiefstack oder Rothenburgsort ist mehr als uncharmant: Die Anschlüsse an Busse und Bahnen klappen nicht, das Warten – gerade im Dunkeln – ist an den öden Haltestellen nicht nur für Frauen und Kinder ein Graus. „Das geht ja auch Männern so. Auch mein Mann nutzt öfter den Bus“, erzählt Heidi Hildebrandt. Sie will gemeinsam mit Ursel Wedemann die Unterschriften-Aktion in Gang setzten. Die Busfahrt in die City ist für viele Menschen aus den Vier- und Marschlanden attraktiv, da in der Innenstadt die Parkplätze dünn gesät sind, oder das Auto nach Theaterbesuch und einem Glas Wein besser zu Hause in der Garage steht. „Doch der öffentliche Personennahverkehr wird so nicht gerade attraktiv gemacht, wenn man den Nutzern Steine in den Weg legt“, sagt Ursel Wedemann.

Nun hoffen die Kirchwerder Landfrauen, dass sie ihre Unterschriftenlisten in möglichst vielen Geschäften an der Busstrecke des 124er und 120er auslegen dürfen. „Einfache Durchfahrt für alle“ ist das Motto, gefordert wird von den Verkehrsbetrieben, eine Durchfahrt der Busse bis zum ZOB zu ermöglichen.

Die Fraktionen im Regionalausschuss begrüßen diesen Vorstoß. Sie haben in der Sitzung am Dienstagabend einen Antrag von CDU, SPD und Grünen einstimmig auf den Weg gebracht, in dem eine Alternativroute über Billhorner Röhrendamm, Süderstraße, und Adenauerallee vorgeschlagen wird. „Es ist uns ein gemeinsames Anliegen, hier eine Lösung zu finden“, betonte Harald Martens (SPD). Allerdings ist auch den Politikern klar: „Es ist wie das Bohren von dicken Bohlen. Doch wir werden uns Mühe geben und hoffen, dass die VHH ein Einsehen haben“, sagte Bernd Capeletti (CDU).

Um dazu ins Gespräch zu kommen, sind für die nächste Sitzung am 13. März (18 Uhr, Schule Fünfhausen-Warwisch) Referenten der Verkehrsbehörde und Verkehrsverbund eingeladen, um zum ÖPNV im Landgebiet Rede und Antwort zu stehen.