Modellprojekt

Begabungspiloten nehmen Kurs auf Kirchwerder

Lea (li.) und Anna Behn gehören in Kirchwerder zu den Schülern, deren Begabungen von Koordinator Jörg Mexner und seinem Team gefördert werden.

Lea (li.) und Anna Behn gehören in Kirchwerder zu den Schülern, deren Begabungen von Koordinator Jörg Mexner und seinem Team gefördert werden.

Foto: Lena Diekmann / BGZ

Kirchwerder. Stadtteilschule Kirchwerder ist die einzige Einrichtung im Bezirk Bergedorf, die in dem Modellprojekt gefördert wird.

Kirchwerder.  . In Hamburgs Schulen sollen neue Impulse für die Begabungsförderung gesetzt werden. Schulsenator Ties Rabe gab nun den Startschuss für das Modellprojekt „Begabungspiloten“, für das zwölf Hamburger Schulen ausgewählt wurden, darunter sechs Grundschulen, drei Gymnasien und drei Stadtteilschulen. Eine von ihnen ist die Stadtteilschule Kirchwerder – und damit die einzige im Bezirk Bergedorf. „Wir freuen uns sehr, dass wir dabei sind“, sagt Jörg Mexner, Koordinator für Begabungsförderung.

Stadtteilschule ist auf dem Gebiet schon weit entwickelt

Für den 32-Jährigen war es klar, dass sich die Schule um einen Platz bei den Begabungspiloten bewerben würde. „Wir sind da sehr zuversichtlich rangegangen, weil wir auf dem Gebiet sehr weit sind“, sagt er selbstbewusst.

Bereits seit 2014 wird an der Stadtteilschule Kirchwerder ein besonderes Augenmerk darauf gelegt, eine Schule für alle zu sein; sowohl leistungsschwächere als auch leistungsstarke Schüler und Schülerinnen individuell zu fördern. Mit dem Begabtenförderungsprogramm „Delfin“ haben die Verantwortlichen ein umfangreiches Konzept erarbeitet.

125 Delfine besuchen Förderunterricht oder Drehtüren

Von 1150 Schülern gibt es mittlerweile 125 Delfine. Zu ihnen gehören die beiden Zwillingsschwestern Lea und Anna Behn (13) aus Neuengamme. „Sie gehören in Deutsch,
Mathe, Englisch und Naturwissenschaften zu den besten fünf Prozent ihres Jahrgangs in ganz Hamburg“, erklärt Jörg Mexner. Dabei hatte Lea in der Grundschule nicht mal eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen. „Ein ganz klarer Fall, dass sie bis dahin unterfordert war“, sagt Jörg Mexner. In Förderkursen haben sie nun die Chance, ihre Begabungen und Interessen zu fördern, besondere Aufgaben zu lösen, im Drehtürmodell am Fachunterricht der höheren Jahrgangsstufe teilzunehmen oder auch den Unterricht für besondere Projekte zu verlassen.

Im Idealfall ein Kompetenzzentrum im Neubau

Dies könnte nun bei den Begabungspiloten weiter intensiviert und durch die finanzielle Förderung der Claussen-Simon-Stiftung auch unterstützt werden. „Wir könnten überall noch mehr leisten. Mal was ganz anderes auszuprobieren – Innenarchitektur oder Archäologie wäre toll“, sagt Lea Behn.

Das Modellprojekt ist für zehn Jahre angelegt. In den ersten fünf Jahren soll die Schule ihre Angebote ausweiten und optimieren und dann auch anderen Schulen beratend zur Seite stehen. „Im Idealfall sind wir dann ein Kompetenzzentrum im Neubau“, sagt Jörg Mexner.