Flüchtlingsunterkunft

Auf dem Sülzbrack zieht wieder Leben ein

Tanja Schaltenberg und Anke Heidorn gehören zu gut 40 Freiwilligen, die sich bereits zur Unterstützung der neuen Bewohner Auf dem Sülzbrack zusammengefunden haben.

Tanja Schaltenberg und Anke Heidorn gehören zu gut 40 Freiwilligen, die sich bereits zur Unterstützung der neuen Bewohner Auf dem Sülzbrack zusammengefunden haben.

Foto: Lena Diekmann / BGZ

Zollenspieker. Auf den Moment haben die Flüchtlingshelfer sehnsüchtig gewartet: Auf dem Sülzbrack sind die ersten Bewohner eingezogen.

Zollenspieker.  . Es geht wieder los: Mit etwa sieben Monaten Verspätung sind gestern die ersten 50 Bewohner in die schwedenroten Modulhäuser der Folgeunterkunft Auf dem Sülzbrack eingezogen. Ein Moment, auf den die Freiwilligen der Flüchtlingshilfe Kirchwerder lange gewartet haben.

Seit einigen Wochen stehen sie bereits in den Startlöchern, um ihre neuen Nachbarn zu unterstützen. Jetzt heißt es für die Bewohner aber erst einmal ankommen: Zur Begrüßung wartete ein kleines Präsent der Flüchtlingshilfe Kirchwerder in Form von Schokolade, Blümchen, Busfahrplan sowie einer Rad- und Spazierwegkarte durch die Vier- und Marschlande auf dem Küchentisch.

Einzug mit sieben Monaten Verzögerung

Nach dem Abbau der Zentralen Erstaufnahme im vergangenen September sollten die ersten Häuser der Folgeunterkunft bereits im Dezember bezogen werden. Doch umfangreiche Umplanungen, schlechtes Wetter und zuletzt ungenügende Qualität des Trinkwassers hatten den Einzug verzögert.

Insgesamt 124 Menschen sollen nun in die Häuser einziehen, die kleine Innenhöfe mit Sitzecken, Spielgeräten und Bäumchen einrahmen. Sollten die Flüchtlingszahlen wieder steigen, bietet die Unterkunft maximal 256 Plätze.

Beim ersten Treffen der Flüchtlingshilfe Kirchwerder im April, die sich nach dem Abbau der Zentralen Erstaufnahme neu formiert hat, kamen bereits 40 Freiwillige zusammen. „Davon einige, die letztes Jahr schon dabei waren, aber auch einige neue“, sagt Tanja Schaltenberg, die sich in der Öffentlichkeitsarbeit engagiert.

Begegnungen als Bereicherung für das eigene Leben

Von Anfang an war Anke Heidorn dabei: „Ich kann doch nicht neben einer Unterkunft wohnen und gar nicht wissen, was dort passiert.“ Auch ein wenig Eigennutz sei dabei: „Die Begegnungen mit den Menschen sind total spannend und unheimlich bereichernd für das eigene Leben“, sagt die 55-Jährige aus Kirchwerder.

Zu gut 30 Prozent der ehemaligen Bewohner, in der Höchstzahl waren es 280, haben die Freiwilligen heute noch Kontakt. Ein Großteil wohnt in der Unterkunft Kiwittsmoor in Langenhorn. „Viele sehnen sich Auf den Sülzbrack zurück“, erzählt Anke Heidorn. Der Besuch bei Wutzrock 2015 ist vielen als besonders schön in Erinnerung geblieben. „Vielleicht klappt das ja in diesem Jahr wieder“, würde sich Anke Heidorn freuen.

Neben Ausflügen sollen aber auch Bildungsangebote wie Deutsch- oder Konversationsgruppen, Sport, Musik und Spiel, ein Info-Café, Patenschaften oder Begleitung zu Ämtern angeboten werden.

Treffen der Flüchtlingshilfe am Dienstag, 19. Juli

Die Flüchtlingshilfe Kirchwerder stellt sich am Dienstag, 19. Juli, in der Stadtteilschule Kirchwerder vor. Wer Lust hat mitzumachen oder sich einfach informieren möchte, ist von 19.30 Uhr an am Kirchwerder Hausdeich 341 willkommen. Infos zur Flüchtlingshilfe Kirchwerder im Internet unter www.fluecht lingshilfe-kirchwerder.de.