Gedächtnistraining

Mit Humor lernt es sich viel besser

Foto: BGZ / Wiebke Schwirten / Schwirten

Moorfleet. Tipps und Tricks für ein besseres Gedächtnis - davon konnten sich 17 Landfrauen beim Seminar "Denken macht Spaß" überzeugen lassen. Unter Einsatz des ganzen Körpers lernten sie Merkhilfen und Gedächtnisstützen der besonderen Art.

Viel gelacht und noch mehr gelernt haben gestern 17 Frauen vom Landfrauenverband Hamburg, die beim Seminar „Denken macht Spaß“ allerlei Merktechniken getestet haben. Gedächtnistrainerin Claudia Nagel vermittelte in der Geschäftsstelle am Brennerhof mit viel Freude und Energie unterschiedlichste Methoden, das Gehirn auf Trab zu halten.

Das geistige Fitnessprogramm ging oftmals mit Bewegungen einher. So wurden beispielsweise Nachnamen mit Wiegschritten und Handzeichen verknüpft. Seminarleiterin Claudia Nagel machte es vor und „traf den Nagel auf den Kopf“, indem sie leicht mit der Hand auf ihren Schädel schlug. Marlis Lütten ging ganz klein in die Knie, Ellen Holm griff beherzt in die Luft, als umfasse sie einen runden Stab. Dieses „Denken in Bildern“ bleibt dauerhaft hängen, auch wenn beim nächsten Treffen keine Kniebeugen oder Luftmalereien gemacht werden.

Ebenso verhält es sich mit anderen Zuordnungen. „Eine Einkaufsliste etwa lässt sich am eignen Körper verteilen und später abrufen“, sagte Claudia Nagel und nummerierte von Fuß bis Kopf zehn Körperteile durch. Die wurden dann mit dem verknüpft, was eingekauft werden soll: die Eier zu den Füßen, das Brot zu den Knien, die Nudeln zur Taille und am Ende die Zahnpasta zum Scheitel. Je merkwürdiger die Bilder, umso besser – merkwürdig ist eben des Merkens würdig und, „Humor ist das beste Vehikel für unser Gedächtnis“, erklärt Nagel.

Ähnlich können auch Zahlen verknüpft werden – eins als Baum, zwei als Schwan, drei als Dreizack und so weiter. Mit den Bildern lassen sich verrückte Geschichten erzählen, die letztlich beispielsweise eine Telefonnummer beschreiben: Der Baum mit den zwei Schwänen führt so zur Feuerwehr.

Die sogenannten „Mnemotechniken“ verweisen auf das griechische Wort mnêmon, was soviel wie aufmerksam heißt, und Mnemosyne, die Göttin des Gedächtnisses. Aufmerksamkeit ist dann auch ein weiteres Zauberwort neben dem Spaß, das die grauen Zellen fordert und fördert. Zudem wichtig: Konzentration und Training, aber „bitte ohne Strapazen. Unser Gehirn arbeitet am besten im stressfreien Modus“, sagt Nagel.

Ein weiteres Experiment, diesmal zum Thema Kommunikation, ließ so manche Teilnehmerin staunen. Bunte Bauklötzchen sollten so aufgestellt werden, wie auf einem Foto zu sehen. Das Schwierige dabei: Eine Teilnehmerin beschrieb das Foto, die andere baute schweigend und beide sahen einander nicht. Da waren am Ende hübsche Bauwerke zu sehen, die aber so gar nichts mit dem Vorbild gemein hatte. Ein Beispiel dafür, dass wir oft etwas ganz anderes meinen, als das, was der Gesprächspartner versteht. Präzise Beschreibungen und Regeln helfen, sich besser zu verständigen und zu verstehen.

Infos zum Gedächtnistraining von Claudia Nagel gibt es auch im Internet unter www.gedaechtnistraining-nagel.de .