Großfeuer

Moorfleeter Bootslager steht in Flammen

Moorfleet. Bei einem Großfeuer in einem Winterlager für Sportboote sind in der Nacht zum Dienstag drei Yachten komplett zerstört worden. Weitere neun Boote wurden erheblich beschädigt. Die Feuerwehr war mit 70 Helfern vor Ort. Der Sachschaden beträgt mehrere Hunderttausend Euro

„Das darf doch nicht wahr sein!“ Kopfschüttelnd steht Roman W. Dahlheim vor den verkohlten Überresten seiner Elf-Meter-Yacht „Aglaia“. „Ich bin sprachlos“, sagt der 56-jährige Bergedorfer, doch dann erzählt er wie ein Wasserfall. Von den Sommertörns nach Helgoland oder Dänemark, von den romantischen Abenden mit seiner Gitarre und einem Glas Rotwein an Bord, vom Angeln im Sonnenuntergang auf der Dove-Elbe: „Das ist jetzt alles vorbei.“

Seine Motoryacht ist eines der Boote, die in der Nacht zum Dienstag durch ein Großfeuer im Bootslager am Moorfleeter Deich 340 zerstört wurden. Gegen 0.45 Uhr hören Anwohner einen Knall. Als sie aus dem Fenster schauen, steht ein Feuerball über dem Winterlager für Sportboote. Wegen mehrerer Anrufe löst die Feuerwehr gleich zweite Alarmstufe aus. Neben den Berufswehren aus Bergedorf und Billstedt werden auch die freiwilligen Helfer aus Moorfleet, Allermöhe und Neudorf zum Feuer geschickt.

Als die ersten Kräfte eintreffen, steht ein großer Rauchpilz über den zwei Dutzend Booten, meterhohe Flammen schlagen in den Nachthimmel. Mit einem massiven Löschangriff versuchen die 70 Einsatzkräfte, umliegende Yachten sowie einen zweiten Lagerplatz in unmittelbarer Nachbarschaft vor den Flammen zu schützen. Dafür setzen die Feuerwehrleute auch Schaumkanonen ein. Dennoch dauert es bis zum Morgen, bis die letzen Glutnester abgelöscht sind.

Erst bei Sonnenaufgang wird das ganze Ausmaß der Zerstörung sichtbar. Drei Schiffe sind vollständig ausgebrannt, weitere neun durch Rauch und Hitze erheblich beschädigt. Auch die „Aglaia“ ist nicht mehr zu retten. Roman W. Dahlheim hat das Schiff vor sechs Jahren gebraucht für 125?000 Euro gekauft, erst in dieser Saison hat er für 11 000 Euro die Maschine überholen lassen, Navigationsgeräte und Teile der Inneneinrichtung erneuert. „Selbst wenn die Versicherung voll zahlt, bekomme ich ein Schiff mit dieser Ausstattung nie wieder. Neu würde das etwa 380 000 Euro kosten.“ Doch vor allem sind es die Erinnerungen, welche die Flammen zerstört haben. „Meine Yacht ist einzigartig, so wie eine Frau“, erklärt Dahlheim: „Manchmal rede ich sogar mit ihr.“

Am Vormittag haben die Brandermittler des Landeskriminalamtes Spuren gesichert. „Das Feuer ist explosionsartig auf einem der Boote ausgebrochen und dann auf die beiden anderen Schiffe übergeschlagen“, so Brandermittler Christian Sauer. Wodurch der Brand entstand, sei aber noch unklar. Doch die Kripo schaut genau hin. Erst im vergangenen Winter hatte ein unbekannter Brandstifter auf dem Gelände einen Brandsatz in eine Stahlyacht geworfen, der Schaden war gering. Und Ende Januar war unweit eine Halle mit 50 Booten vollständig ausgebrannt. Seinerzeit ermittelte die Polizei einen Kurzschluss als Brandursache.