Klimawandel

Vierländer Deiche müssen erhöht werden

Foto: BGZ / Monika Witt / Witt

Bergedorf. Die Deiche in den Vier- und Marschlanden müssen noch höher werden. Der Senat hat neue Bemessungswasserstände für den Sturmflutschutz in Hamburg beschlossen. Dennoch sind größere Deicharbeiten im Landgebiet nicht vor 2025 zu erwarten.

Entsprechend wachsen auch die Deiche. Damit soll auch den Folgen des Klimawandels und des Anstiegs der Meereswasserspiegel vorgebeugt werden, so Senatorin Jutta Blankau.

Das heißt aber nicht, dass schon morgen die Bagger auf den etwa 32 Kilometer langen Hauptdeichen zwischen Altengamme und Spadenland anrücken. Zwar ist eine Prioritätenliste für die insgesamt 103 Kilometer lange Hochwasserschutzlinie in Hamburg noch nicht erarbeitet. Doch Thomas Buß von der Abteilung Gewässer und Hochwasserschutz des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) rechnet nicht vor 2025 mit größeren Deicherhöhungsarbeiten im Landgebiet. Tatsächlich ist die Hochwasserschutzlinie in den Vier- und Marschlanden gut in Schuss, weist keine Schwachstellen auf. Dort, wo es sich aber beispielsweise wegen anstehender Straßensanierungen anbietet, könnte auch über eine parallele Deicherhöhung nachgedacht werden.

Das aktuelle Bauprogramm, das vor etwa 20 Jahren begonnen wurde, endet 2016. Es wird etwa 700 Millionen Euro kosten. Damit die Deiche auch 2050 noch die notwendige Sicherheit bieten, schließt sich das neue, auf etwa 20 bis 30 Jahre angelegte Erhöhungsprogramm an.

Von künftigen Anpassungen sind besonders die Erddeiche betroffen. In den Vier- und Marschlanden ist die Deichlinie unterschiedlich hoch, reicht von 8,90 Meter in Altengamme (Deichkilometer 4) bis zu 8,10 in Spadenland. In Höhe des Schöpfwerks Kiebitzbrack liegt der Bemessungswasserstand bei 7,80 Meter über NN, in Höhe Deichkilometer 26 (Spadenland) bei 7,40 Meter über NN. Da Sturmfluten zumeist mit starkem Westwind einhergehen, sind Deichabschnitte, die quer zur Windrichtung verlaufen, einem stärkeren Wellenangriff ausgesetzt und daher sehr viel höher als die eigentliche Bemessungswasserstandshöhe.

Alle Bemessungswasserstände werden auf Grundlage eines einheitlichen Ausgangswasserstandes in Cuxhaven berechnet. Auch die Nachbarländer Schleswig-Holstein und Niedersachsen orientieren sich daran.

Im Oktober 2005 waren in Altengamme die letzten Arbeiten für die jüngste Erhöhung der Deichlinie in den Vier- und Marschlanden beendet worden. Die Erdwälle wurden nicht nur höher, es gingen auch eine Verlagerung der Deichlinie und deren Verbreiterung einher. Die neuen Bemessungswasserstände bringen den Prozess mit den Verfahren zur Genehmigung und Planfeststellung erneut in Gang.