Schädling

Befallene Bäume werden abgesaugt

Foto: BGZ / Wiebke Schwirten / Schwirten

Altengamme. Der Eichenprozessionsspinner hat erstmals den Bezirk Bergedorf erreicht. Bis zu handballgroß waren die Nester, die gestern am Horster Damm entfernt wurden. Die Brennhaare dieser Raupe können Haut- und Atemwegsreizungen und auch allergische Schocks verursachen.

Die feinen Brennhaare der Raupe können für Menschen wirklich unangenehme Folgen haben. Denn die Widerhaken der Haare sind mit dem Nesselgift Thaumetopoein besetzt. Bei Berührung kann es brennende Pusteln, Atemwegsreizungen und allergische Schocks hervorrufen. Selbst alte Nester bergen Gefahren. Denn in den Puppen, aus denen die Falter geschlüpft sind, bleiben die Haare der Raupen erhalten, und „können noch bis zu zehn Jahre lang wirken“, sagt Malte Rehder. Der Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung bei der Firma „Labarre“, tilgte gestern die Nester in Altengamme. Entdeckt hatte den Schädling Oliver Gaiser, selbst Fachmann beim Institut für Baumpflege, bei einer privaten Fahrradtour am Stamm einer etwa zwölf Meter hohen Eiche am Horster Damm. Er informierte sofort den Bezirk, der wiederum schnell reagierte.

Und so boten Malte Rehder und sein Kollege Marcel Path Dienstag am Horster Damm und später am Altengammer Marschbahndamm ein imposantes Bild. Beide hüllten sich in schützende, weiße Einmalanzüge. Rehder, der im Steiger die Baumkronen inspizierte, streifte zudem gelbe Gummihandschuhe über und ließ sich den Übergang zum Schutzanzug mit grünem Klebeband abdichten. Dann legte er einen Gürtel um, dessen Filtervorrichtung per Schlauch mit einer grünen Maske verbunden wurden. In ihr wurde ein Überdruck erzeugt. So ist der Träger davor geschützt, die Brennhärchen bei der Entfernung einzuatmen.

Und dann surrte der Industriestaubsauger und schlürfte die Nester in seinen doppelwandiger Spezialbeutel. Der gefüllte Beutel wird gut verschlossen und im Hochofen der Stadtreinigung verbrannt. „Die Hitze zerstört die Eiweißstruktur und ebenso die bereits abgelegten Eier für das kommende Jahr“, erklärt Rehder.

Am Freitag sollen die letzten, kleineren Nester aus zwei Eichen am Marschbahndamm entfernt werden.