Rieck-Haus

Museum: "Das Rieck-Haus steht nicht zum Verkauf"

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Curslack. In der Diskussion um die Zukunft des Rieck-Hauses gibt es eine neue, überraschende Variante: Kurt-Peter Rieck (59) möchte das Rieck-Haus kaufen und als Privatmuseum samt kleinem Hotel betreiben. Der Freundeskreis hält das für einen schlechten Scherz.

Kurt-Peter Rieck (59) hat Curslack vor etwa 30 Jahren verlassen und in Wedel einen Garten- und Landschaftsbau-Betrieb aufgebaut. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts würde der Investor für den Kauf des Freilichtmuseums „eine andere Immobilie verkaufen“. Wenn der Hof belebt werde, rechne sich auch ein Privatmuseum, das mehr Besucher als die jetzt 30.000 im Jahr anlocken könne. Zum Konzept wird außer dem Hinweis auf „große Pläne“ nicht viel verraten. Rieck: „Ich würde auch die Grootdöns herrichten, dass Besucher dort sehr fein übernachten können, das ist viel interessanter, als im Hotel Vier Jahreszeiten zu wohnen.“

„Hätten wir den 1. April, hätte ich an einen Scherz geglaubt“, sagt Heinz-Werner Hars vom Freundeskreis Rieck-Haus. Für ihn scheint die Sache „weit hergeholt“. Zwar bestätigt Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde, dass in Absprache mit dem Amt auch in denkmalgeschützten Gebäuden bauliche Veränderungen möglich sind. Doch die wären bei Einrichtung eines Hotels im Rieck-Haus nicht unerheblich. So fehlen zum Beispiel ausreichende Sanitäranlagen und eine Küche. Zudem hat das Rieck-Haus keine eigene Zufahrt. Die jetzige gehört zum Grundstück der Familie Eggers, die zudem ein lebenslanges Nutzungsecht für das Rieck-Haus hat.

Klare Worte findet der Leiter des Altonaer Museums und des Rieck-Hauses, Prof. Dr. Torkild Hinrichsen: „Das Rieck-Haus steht nicht zum Verkauf“, stellt er gegenüber unserer Zeitung klar. Die gestern im Hamburger Abendblatt zitierten Äußerungen eines Museumssprechers, die den Verkauf an einen Privatmann nicht ausschließen, seien so nicht gefallen und geben keinesfalls die Richtung wieder, in die gedacht werde. „Man ist derzeit auf einem vernünftigenWeg der demokratischen Entscheidungsfindung“, sagt Hinrichsen.

Politischer Wille ist, das Haus aus der Stiftung Historische Museen Hamburg herauszulösen und dem Bezirk Bergedorf zu übergeben. Der erstellt bis zum Sommer Konzepte, wie dies bewerkstelligt werden kann. Gleichzeitig werben die Freunde des Altonaer Museums für den Verbleib bei der Stiftung. Entschieden wird im November.