Rieck-Haus

"Ohne Familie Eggers geht nichts"

Foto: BGZ / Wiebke Schwirten / Wiebke Schwirten

Curslack. So richtig Ruhe will nicht einkehren im Freilichtmuseum Rieck-Haus am Curslacker Deich 284. Zwar haben Christa Eggers und Saskia Sauerbier ihre eineinhalb Arbeitsstellen für ein Jahr zugesichert bekommen. Doch die Zukunft ist ungewiss.

Derzeit wird ein Konzept erstellt für die Herauslösung des Rieck-Hauses aus der Stiftung Historische Museen Hamburg und Übergabe an den Bezirk. Bis dahin ist das Rieck-Haus weiterhin Außenstelle des Altonaer Museums. Dessen Leiter Professor Dr. Torkild Hinrichsen ist auch für das Rieck-Haus zuständig. Auch das Altonaer Museum kann sich nicht in Sicherheit wiegen, stand bereits Ende 2010 kurz vor der Schließung.

Ein Wechsel der Zuständigkeit nach Bergedorf wäre Wolfgang Eggers, Ehemann von Christa Eggers und Mitbegründer des „Freundeskreises Rieck-Haus“, sehr recht: „Die Amtswege wären kürzer, Entscheidungen schneller möglich“, sagt er. So sei das Interesse groß, das Rieck-Haus für Familienfeiern oder Hochzeiten zu mieten. Doch er muss die Interessierten an Altona verweisen, kann vor Ort nichts entscheiden. Und auf dem Weg nach Hamburg versande so manche Anfrage.

Ähnlich mühsam gestaltet es sich, wenn Eggers um Arbeitsmittel nachfragt, aktuell einen kleinen Radlader, um im Winter den Schnee beseitigen zu können. Bislang finanziert er das meiste selbst. „30.000 Euro haben wir schon privat in Gartengeräte investiert“, sagt Eggers. Die Stadt spare jährlich 28.000 Euro, weil das Rieck-Haus-Team die Gärten und das Land selbst pflege, statt einen professionellen Landschaftsgärtner zu engagieren. Doch in Hamburg interessiere das keinen.

Was Eggers wurmt ist, dass sich viele der Hamburger Entscheidungsträger inklusive Kultursenatorin in Curslack noch nicht haben blicken lassen. „Die entscheiden alles vom grünen Tisch aus.“ Für ihn ist ganz klar, was passieren muss: in den Tourismus investieren, die Attraktionen des Bezirks vernetzen und bekannter machen. Torkild Hinrichsen weiß das Engagement zu schätzen: „Ohne Familie Eggers geht im Rieck-Haus gar nichts“, sagt er. Für kommenden Sonnabend und Sonnabend, 10. Dezember, lädt Christa Eggers von 10 bis 16 Uhr auf einen Becher Glühwein oder Fruchtpunsch ins Rieck-Haus ein. Dann kann auch eine 1,90 Meter hohe, handgeschnitzte Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge, Leihgabe einer Bergedorfer Familie, bewundert werden. Am 10. Dezember liest zudem Ernst Korth von 13 bis 15 Uhr plattdeutsche Geschichten.