Eichbaumsee

Trotz Unwetter 10.000 Wutzrocker am Eichbaumsee

Allermöhe. Etwa zehntausend Besucher feierten am Wochenende auf dem 33. Wutzrock-Festival am Eichbaumsee. 30 Bands rockten auf zwei Bühnen. Davor trotzten die Fans dem Regen von oben und Schlamm von unten. Die Stimmung war locker, Polizei und Sanitäter fast arbeitslos.

Wutzrock ist nicht kleinzukriegen. Selbst das schwere Unwetter vom Freitagabend – das Festivalgelände musste vorübergehend evakuiert werden – und der bis zum Sonnabendnachmittag anhaltende Regen konnten die etwa Zehntausend Besucher nicht vertreiben.

Insgesamt 30 Bands spielten bis gestern auf Norddeutschlands Kultfestival, das sich bei seinen Fans vor allem auch deshalb großer Beliebtheit erfreut, weil es keinen Eintritt kostet, sondern sich allein durch den Getränke- und Speisenverkauf finanziert.

Und der kann sich sehen lassen. Etwa 7000 Liter Bier, 3000 Liter alkoholfreie Getränke und unzählige Bratwürste und Steaks fanden ihre Abnehmer. „Damit sind die Kosten wahrscheinlich gedeckt“, sagt Pressesprecherin Sabine Vielhaben (53) erfreut.

Das Gelände am Eichbaumsee war eine riesige Schlamm-und Partymeile. Viele machten sich einen Spaß daraus, sich fast nackt im Matsch zu suhlen und sich nasszuspritzen. „Wutzrock ist geil, geil, geil“, schreit Andy Fröhlich (19) aus Lübeck, während er sich gerade kalt abduscht. Die Hamburgerin Marisa Burghardt sagt: „Wutzrock ohne Schietwetter ist kein richtiges Wutzrock.“ Auch liebe sie die entspannte Festivalatmosphäre. „Als es so geregnet hat, durften ich und meine drei Freundinnen bei so ’nem Typen mit unter den Schirm. Hier sind alle total nett.“

Am Sonnabend gegen 17 Uhr besuchte dann auch die Sonne das Festival, es wurde sogar kurzzeitig warm. Am Abend sorgten die „Wisecräckers“ aus Hannover und die Berliner „Ohrbooten“ für einen knackevollen Platz vor der Hauptbühne.

Polizei und Rettungskräfte zeigten sich mit dem Verlauf des 33. Festivals mehr als zufrieden. Lediglich am späten Freitagabend, als Polizisten wegen der Entspannung der Wetterlage, Gäste vom S-Bahnhof Mittlerer Landweg netterweise zurückholen wollten, beschimpfte und beleidigte ein 16-jähriges Mädchen die Polizeibeamten. Als eine Polizistin ihren Ausweis verlangte, bespuckte sie die Beamtin, trat und schlug mit Fäusten auf sie ein. Wenig später bedrohte ein betrunkener 23-jähriger Wilhelmsburger einen 20-Jährigen aus Bergedorf mit dem Messer. Beide Personen wurden festgenommen.

„Ansonsten hatten wir eine Null-Lage“, hieß es im Polizeijargon. Benjamin Otto vom ASB bilanziert: „Wir hatten nur etwa 50, vor allem kleinere Verletzungen zu versorgen. Das ist für ein Festival dieser Größe ungewöhnlich wenig.“

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