Rockfestival

Wutzrock versinkt im Schlamm

Allermöhe. Es goss zeitweise in Strömen. Das hielt viele eingefleischte Wutzrockfans jedoch nicht davon ab, ihre Party zu feiern – dann eben im Schlamm. Laut Veranstalter fanden von Freitagabend bis zum Sonntag etwa 10.000 Besucher den Weg an den Eichbaumsee, zelteten und feierten friedlich.

„Schlamm ist geil“, sagt Punkerin Nicole Seefeld (23) aus Hamburg. „Da macht das Tanzen erst richtig Spaß. Außerdem spielt gerade meine Lieblingsband ‚Hamburger Abschaum’. Da lasse ich mich von ein bisschen Regen doch nicht abschrecken.“ Auch Babette Weber (40) aus Buxtehude war guter Dinge: „Wutzrock ist das einzige Festival, zu dem ich meine drei kleinen Kinder mitnehmen kann. Die können hier herumtoben und haben ihren Spaß am Schlamm. Die Musik war dieses Jahr allerdings nicht so mein Geschmack.“

Vor der großen Bühne herrschte am Sonnabendnachmittag gähnende Leere. Viele Gäste feierten auf dem Zeltplatz bei Musik aus der Konserve und selbst mitgebrachtem Bier. Lediglich vor der kleinen Bühne hatte ein kleines, aber treues Publikum Interesse an Kleinkunstvorführungen und Punkmusik. Erst am frühen Abend füllte sich das Festivalgelände wieder mit tanzenden, jungen und älteren Musikfans. „Wer heute keine Gummistiefel dabei hat, hat echt ein Problem“, sagt Robert Grüßung (57) aus Hannover. Auch im Zelt sei es nicht wirklich trocken.

Die Veranstalter versuchten alles Mögliche, um der Schlammwüste Herr zu werden. Radlader verteilten Sägespäne auf den Wegen, die teilweise kaum noch zu begehen waren. Zusätzlich wurden an vielen Stellen große Matten ausgelegt, die jedoch nach und nach auf der glitschigen Oberfläche wegrutschten.

Wegen des schlechten Wetters wurde die große Bühne bereits am Sonntagmittag abgebaut. Die Einnahmen waren laut Veranstalter in diesem Jahr nicht kostendeckend. Nun sind Solidaritätskonzerte geplant, um das Loch in der Kasse zu stopfen.