Luftfahrt

Aus für Jumbo Jet: Boeing stellt 2022 Produktion der 747 ein

Eine Boeing 747-400 der Lufthansa: Boeing wird die Produktion des Jumbo Jets einstellen.

Eine Boeing 747-400 der Lufthansa: Boeing wird die Produktion des Jumbo Jets einstellen.

Foto: Vincent Jannink / AFP

Die 747 ist eine Luftfahrt-Legende: 2022 will Flugzeugbauer Boeing die Produktion des Jumbo Jets nach mehr als 50 Jahren einstellen.

Berlin. Aus für die Boeing 747: Der US-Flugzeugbauer stellt nach mehr als 50 Jahren die Produktion seines legendären Großraumflugzeugs ein. Die Herstellung des Jumbo Jets 747 werde 2022 auslaufen, teilte der Konzern am Mittwoch mit.

Es ist das Ende einer Ära: Die Boeing 747 war 1970 in Betrieb genommen worden und war lange Zeit das größte Passagierflugzeug der Welt. Die Großraumflugzeuge hatten die Luftfahrt entscheidend geprägt. Sie können bis zu 400 Passagiere transportieren und wurden in der Folge zu legendären Maschinen.

Boeing 747 vor dem Aus – Das Ende kommt nicht überraschend

Überraschend kommt das Aus nicht – Boeing erwog schon seit Jahren, den früher als „Königin der Lüfte“ gefeierten Jumbo wegen Nachfragemangels einzustampfen. Konzernchef Dave Calhoun begründete den Schritt denn auch mit der derzeitigen Marktentwicklung.

Die Produktionsrate lag zuletzt bei sechs Maschinen pro Jahr. Außerdem wurde das Modell zuletzt praktisch nur noch in der Frachtversion gebaut – und in einer Sonderversion für den US-Regierungsjet Air Force One.

Boeing stellt Jumbo-Produktion ein – Flugzeugbauer schwer angeschlagen

Zudem ist der US-Luftfahrtriese schwer angeschlagen und muss sparen. Die Corona-Pandemie und das Debakel um den nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max haben Boeing tief in die roten Zahlen gebracht.

Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von rund 2,4 Milliarden Dollar (gut 2 Mrd Euro), wie der US-Luftfahrtriese mitteilte. Vor einem Jahr hatten hohe Sonderkosten wegen des Unglücksfliegers 737 Max dem Konzern ein Rekordminus von 2,9 Milliarden Dollar eingebrockt. Der Umsatz fiel verglichen mit dem Vorjahreswert um ein Viertel auf 11,8 Milliarden Dollar.

Boeing-Chef Calhoun: Belastungen der Corona-Krise noch nicht vorbei

Mitte Juli hatte die von der Corona-Krise schwer getroffene Fluglinie British Airways mitgeteilt, sie werde sämtliche Maschinen vom Typ Boeing 747 außer Dienst stellen. Die letzte der insgesamt 31 Maschinen sollte demnach im Jahr 2024 aus der Flotte genommen werden. Angesichts der wegen der Pandemie gesunkenen Fluggast-Zahlen sei es unwahrscheinlich, dass die Jumbojets jemals wieder für British Airways starten.

Boeing-Chef Calhoun bezeichnete die vergangenen Monate in einem Memo an die Mitarbeiter als beispiellos und warnte, dass die Belastungen durch die Corona-Krise noch nicht vorbei seien. „Die Herausforderungen, denen wir als Unternehmen gegenüber stehen, sind nicht ausgestanden“. Der Quartalsverlust von Boeing fiel etwa doppelt so hoch aus wie von Analysten erwartet.

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(afp/dpa/fmg)