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Schienenpakt: Bahn soll im Verkehr die Nummer Eins werden

Mehr Fahrgäste in den Zügen, aber auch mehr Güter auf die Schiene – so stellt sich der Bundesverkehrsminister Scheuer die Zukunft der Eisenbahn vor

Mehr Fahrgäste in den Zügen, aber auch mehr Güter auf die Schiene – so stellt sich der Bundesverkehrsminister Scheuer die Zukunft der Eisenbahn vor

Foto: Uwe Zucchi / dpa

Mehr Züge, weniger Verspätungen, mehr Fahrgäste und Güter: Verkehrsminister Scheuer will den Eisenbahnverkehr deutlich ausbauen.

Berlin. Der Schienenverkehr soll in den nächsten Jahren deutlich attraktiver werden: Die Fahrgastzahlen sollen von täglich 7 Millionen Reisenden bis 2030 verdoppelt werden, der Marktanteil des Güterverkehrs auf mindestens 25 Prozent steigen. Dazu sollen mehr Züge eingesetzt werden, Schienen saniert, Weichen digitalisiert und neue Strecken gebaut werden.

„Die Schiene kann im 21. Jahrhundert der Verkehrsträger Nummer eins werden“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) am Dienstag bei der Unterzeichnung des „Schienenpakts“, in dem unter Leitung des Verkehrsministeriums alle Verbände der Branche ein Konzept für die Eisenbahn des 21. Jahrhundert zusammengetragen getragen haben – also neben der Deutschen Bahn auch alle Privatunternehmen. „Das ist kein Bahnpakt, sondern einen Schienenpakt“, sagte Scheuer.

Schienenpakt: Eisenbahn kann am schnellsten klimaneutral werden

„Die Schiene kann es am schnellsten erreichen, klimaneutral zu werden. Deshalb müssen wir hier jetzt investieren“, sagte Scheuer. Ziel sei eine „leistungsfähigere, pünktlichere, flexiblere, leisere, klimafreundlichere und damit attraktivere Eisenbahn“, kündigte der Verkehrsminister an.

Das wichtigsten Projekt für Passagiere ist der Umbau des Fahrplans nach dem „Deutschlandtakt“: So sollen Fernzüge zwischen den großen Städten und Hauptachsen in Zukunft im Halbstundentrhythmus fahren. Der erste Schritt dazu erfolgt schon zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember:

Deutschlandtakt soll bis Mitte des Jahrzehnts deutlich ausgebaut werden

Auf den Strecken München, Stuttgart, Mannheim, Hamburg, Kassel sowie Hannover, Berlin werde der Halbstundentakt bis Mitte des Jahrzehnts realisiert. Durch den Deutschlandtakt soll „umsteigen deutlich leichter, Bahnfahren verlässlicher werden“, sagte Scheuer.

Das Verkehrsministerium will dabei viele Milliarden Euro in die Digitalisierung der Bahnstrecken investieren. Zudem sollen 40 Millionen Euro in kleinere Bahnhöfe gesteckt werden, um diese barrierefrei und umstiegsfreundlicher zu gestalten.

Auch die grundlegende Infrastruktur-Planung werde geändert. Bisher sei erst gebaut und danach der Fahrplan erstellt worden. Künftig formuliere man erst, welches Angebot gewünscht sei und baue dann, so Scheuer: „Mit diesem Systemumstieg lösen wir eine kleine Revolution aus.“

Gewerkschaft und Branchenverbände loben den Schienenpakt

Der Branchenverband Allianz pro Schiene bezeichnet den Schienenpakt als „wichtiges Bekenntnis der Politik zum Ausbau der klimafreundlichen Schiene“ in Deutschland. „Mit dem Deutschlandtakt hat die deutsche Verkehrspolitik einen Plan für eine klimafreundliche Mobilität mit einem höheren Marktanteil der Schiene“, sagte der Geschäftsführer Dirk Flege. „Nun kommt es darauf an, dass dieser Plan so schnell wie möglich Realität wird.“

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bewertet den „Masterplan Schienenverkehr“ als positiv. „Als EVG waren wir daran beteiligt und konnten viele unserer Positionen – etwa eine Erhöhung des Marktanteils im Güterverkehr auf mindestens 25 Prozent bis 2030 – einbringen“, sagte der EVG-Vizevorsitzende Martin Burkert.

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