Onlineshopping

Jeder dritte Schüler bestellt mehrmals im Monat im Internet

Amazon steckt Milliarden-Gewinne in Corona-Maßnahmen

Wegen der Coronavirus-Krise boomt der Online-Handel und vor allem Internet-Gigant Amazon profitiert massiv. Dennoch erwartet Konzern-Boss Jeff Bezos keinerlei Nettogewinn für das laufende Quartal. STOCKSHOTS of Amazon's website, factory and headquarters

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Online-Shopping ist bei Schülern weit verbreitet: Mehr als jeder Dritte kauft mehrmals im Monat im Internet ein, ergab eine IW-Studie.

Berlin. Schüler in Deutschland kaufen häufig im Internet ein. 36 Prozent tätigten mehrmals pro Monat Online-Käufe, weitere 33,4 Prozent immerhin mehrmals im Jahr. Seltener sei bei 16,3 Prozent Onlineshopping angesagt. Das geht aus einer Analyse des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, die unserer Redaktion vorab vorlag. Befragt wurden von IW Junior 1.939 Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 21 Jahren.

Mehrmals pro Woche nutzten nur 3,4 Prozent der befragten Schüler Onlineshopping. Aus Prinzip kaufen dagegen nur 2,2 Prozent nicht im Internet ein, weitere 8,8 Prozent hätten dazu etwa wegen fehlender Möglichkeiten zur Bezahlung keine Gelegenheit.

Schüler schätzen große Auswahl und niedrigere Preise

„Insgesamt sind sich die Befragten einer Vielzahl von Charakteristika und Auswirkungen des Onlinehandels bewusst“, heißt es in der Studie von hat IW-Ökonomin Barbara Engels. Bei der Kaufentscheidung scheinen die Vorteile des Onlinehandels schwerer zu wiegen als die Nachteile: Es gebe eine größere Auswahl an Produkten (82,9 Prozent), Artikel, die es vor Ort oder generell offline nicht zu kaufen gibt (72,8), keine Ladenöffnungszeiten (69,2) sowie niedrigere Preise (64,2).

Die meisten der Jugendlichen kaufen häufig online ein, auch wenn sie viele Nachteile beim Online-Shopping wahrnehmen: Die Schüler gaben vor allem an, dass sie die Produkte nicht anfassen oder anprobieren können (68,3 Prozent), die Wartezeit bis zum Eintreffen der Lieferung (66,5) und die Versandkosten (60,9) sowie das es langfristig weniger Läden in den Innenstädten geben wird (43,3).

Mädchen seien tendenziell etwas kritischer gegenüber dem Onlineshopping als Jungen, so die IW-Forscher. Sie bemängelten häufiger die Versandkosten und äußerten in der Studie öfter die Sorge, dass Produkte nicht oder nur beschädigt ankommen. Lesen Sie mehr: So klappt der Kauf von Laufschuh und Fahrrad im Internet

Plattformen wie Amazon liegen vorne

Besonders häufig genutzt würden Verkaufsplattformen wie Amazon (81,4 Prozent), Onlineshops bekannter Händler wie Zalando, Mediamarkt und H&M (66), oder Online-Shops der Hersteller wie Nike und Sony (44,7).

Die Erhebung wurde vor dem Ausbruch der Corona-Krise durchgeführt. Wegen der zeitweise geschlossenen Läden haben sich weitere Umsatzanteile ins Internet verlagert. Die IW-Studie rät dem Handel, angesichts des großen Umweltbewusstseins der Schüler-Generation auf CO2-neutrale Lieferungen zu setzen, Verpackungsmüll drastisch zu reduzieren und insbesondere auf Plastik verzichten. Die Bundesregierung will Rücksendungen limitieren und damit die Umwelt schützen.