Schausteller

Coronavirus: Tausende Schausteller fürchten um ihre Existenz

Coronavirus-Krise: Was bedeutet eigentlich Kurzarbeit?

Unternehmen ächzen unter der Krise, verursacht durchs Coronavirus. Damit Arbeitnehmer ihren Job nicht verlieren, hat der Staat einen Kündigungs-Stopper: Kurzarbeitergeld. Was ist das eigentlich?

Beschreibung anzeigen

Viele Feste sind im Zuge des Coronavirus abgesagt worden. Das hat Folgen: 5000 Schausteller in Deutschland fürchten um ihre Existenz.

Berlin. Mit ihren schwindelerregenden Achterbahnen und Karussells begeistern sie landesweit Tausende. Auf ihre Zuckerwatte, ihr Popcorn oder die Schießstände auf Jahrmärkten und Volksfesten niemand wirklich verzichten. Doch die Coronakrise bringt auch die rund 5000 Schausteller in Deutschland in existenzielle Not.

„Die Lage der Schausteller ist besonders dramatisch. Die meisten hatten ihren letzten Einsatz bei den Weihnachtsmärkten. Seitdem haben sie keine Einnahmen“, mahnt Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes und Präsident der Europäischen Schausteller-Union.

Nun wurden sämtliche Veranstaltungen bereits vor Ostern und für die nächsten Monate abgesagt, berichtet Ritter dieser Redaktion.

Coronavirus: Schausteller fordern Steuerstundung und Zuschüsse

„Vielen der oft seit Generationen familiengeführten Betriebe steht das Wasser bis zum Hals. Sie fürchten um ihre Existenz.“ Allein in Deutschland beschäftigen die oft familiengeführten kleinen Unternehmen rund 30.000 Mitarbeiter.

Viele Geschäfte werden von Einzelpersonen oder Ehepaaren geführt, die oft nur einen Mitarbeiter beschäftigten. „Wir brauchen dringend eine Stundung sämtlicher Steuern und schnelle, unbürokratische Sofortzahlungen und Zuschüsse für die Unternehmen“, fordert Ritter.

Coronavirus-Krise: Kreditaufnahme gestaltet sich schwierig

Noch sei es sehr schwer, an die von der Regierung versprochenen Kredite heranzukommen. „Wir hoffen, dass die Zuschüsse bald fließen.“ Besonders den Kleinen müsse schnell unter die Arme gegriffen werden.

Dabei sei es wichtig, dass der Staat die Unternehmer nicht dazu zwinge, zunächst notwendige Betriebsmittel – wie Autos oder Schlepper – zu verkaufen, um Zuschüsse oder eine Grundsicherung zu erhalten. „Wir wollen nach der Krise nicht in die Rente, sondern wollen weitermachen“, sagte Ritter. Viele der Betreiber könnten gerade Banken mit ihrem Inventar nur wenig Sicherheiten bieten.

Schausteller: Kurzarbeit und Entlassungen

Der Verbandschef Ritter führt selbst in fünfter Generation einen Ausschankbetrieb. Von seinen zwölf Mitarbeitern musste er bereits drei wegen der Coronakrise entlassen, die restlichen stehen vor der Kurzarbeit, berichtet er. Wie er fürchten viele kleine und mittlere Unternehmen um die Existenz.

Ritter ist von dem Nutzen seiner Branche für die Freude der Gesellschaft fest überzeugt: „Wir Schausteller sind das große Antidepressivum in Deutschland. Wir sind das letzte Lagerfeuer in Deutschland an dem alle Generationen Spaß haben.“

Coronavirus-Krise – Mehr zum Thema: