Gastronomie

Corona-Krise treibt Restaurantkette Vapiano in die Insolvenz

Das Vapiano-Logo an einer Filiale in Köln. Die Restaurantkette erklärte nun ihre Zahlungsunfähigkeit.

Das Vapiano-Logo an einer Filiale in Köln. Die Restaurantkette erklärte nun ihre Zahlungsunfähigkeit.

Foto: Christoph Hardtvia www.imago-images.de / imago images / Future Image

Vapiano ist zahlungsunfähig. Der Umsatz bei der kriselnden Restaurantkette war wegen der Coronavirus-Pandemie zuletzt eingebrochen.

Köln. Wegen eines drastischen Umsatzrückgangs in der Corona-Krise ist die Restaurantkette Vapiano zahlungsunfähig. Damit sei der Vorstand verpflichtet spätestens innerhalb von drei Wochen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen, teilte das Unternehmen am Freitag in Köln mit. Der Vorstand wolle nun sorgfältig prüfen, ob sich das Insolvenzverfahren innerhalb der Frist noch abwenden lasse – etwa durch in der Corona-Krise angekündigte staatliche Hilfsprogramme.

Vapiano ist eine der bekanntesten deutschen Restaurantketten, 82 Lokale gab es in Deutschland Ende 2019, damals waren es 235 weltweit. Jahrelang florierte das Geschäft. Doch bei der Expansion übernahm sich das Unternehmen, zu viele neue Restaurants wurden zu Verlustbringern. Hinzu kam, dass Konkurrenten wie L’Osteria an Boden gewannen – diese Kette setzt auf Bedienung am Tisch, bei Vapiano hingegen müssen sich die Gäste das Essen selbst an den Tresen bestellen und holen. Branchenkenner bezweifeln, dass dieses Konzept noch Zukunft hat.

Vapiano ist einzige deutsche Restaurantkette an der Börse

Die Vapiano-Chefetage bremste das Wachstumstempo und schloss einige schlecht laufende Standorte. Bessere Arbeitsabläufe sollten Warteschlangen verkürzen. Die Firma hatte 2021 wieder Gewinne für möglich gehalten.

Vapiano ist die einzige deutsche Restaurantkette, die börsennotiert ist. Seit dem Börsengang 2017 verloren die Anteile mehr als 80 Prozent ihres Werts. Auch nachdem ein Sanierungskurs im Frühjahr 2019 eingeleitet wurde, ging der Sinkflug weiter.

(afp/dpa/br)