Verträge

Vodafone, Sky, McFit: Hier wird besonders oft gekündigt

Vodafone und Unitymedia sind im Kündigungs-Index unter den Top 10.

Vodafone und Unitymedia sind im Kündigungs-Index unter den Top 10.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Kunden reichen viele Kündigungen ein. Wer ist am häufigsten betroffen – und wie verändert sich das Kündigungsverhalten in der Krise?

Berlin. Millionen Kunden verabschieden sich jedes Jahr von diversen Verträgen – weil sie keine Lust mehr auf die teure Mitgliedschaft im Fitnessstudio haben, die sie sowieso kaum nutzen. Oder weil der Handyvertrag für den Preis einfach nicht mehr genug Leistung bietet.

Der Berliner Vertrags-und Kündigungsservice Volders hat für 2019 einen sogenannten Kündigungs-Index aufgestellt. Volders hat diejenigen Unternehmen gerankt, bei denen Kunden im vergangenen Jahr die meisten Kündigungen einreichten. Fast 700.000 Vertragsaufhebungen flossen in das Ranking ein. Zudem hat das Unternehmen eine Sonderauswertung für die Corona-Krise erhoben.

Wer ist der große Verlierer? Fast fünf Prozent aller erfassten Kündigungen im Jahr 2019 gingen bei Vodafone ein – und zwar 38.400 Kündigungen. Unter den Top 5 sind ausschließlich Telekommunikationsanbieter.

Kündigungs-Index: Das sind die Top 10

1. Vodafone: 38.400 Kündigungen

2. O2: 31.500 Kündigungen

3. Telekom: 25.600 Kündigungen

4. Mobilcom-Debitel: 24.100 Kündigungen

5. 1&1: 16.200 Kündigungen

6. PVZ: 15.000 Kündigungen

7. McFit: 14.900 Kündigungen

8. Sky: 14.500 Kündigungen

9. Unitymedia: 9600 Kündigungen

10. Weight Watchers: 9300 Kündigungen

Wer kündigte – Mann oder Frau?

Bei den Top 5 lösten mehrheitlich Männer den Vertrag auf – und zwar zu 57 Prozent. Bei dem amerikanischen Diät-Anbieter Weight Watchers waren es hingegen zu 90 Prozent Frauen.

Lesen Sie auch: So kündigen Sie richtig!

Was sind die Kündigungsgründe?

Für ein Viertel der Vodafone-Kunden, die den Vertrag beendeten, waren zu hohe Kosten ausschlaggebend. Bei O2 gefiel den Kunden das Preis-Leistungs-Verhältnis und der Empfang nicht. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) will Verbraucher besser vor Kostenfall und Abzocke bei Handyverträgen schützen. Ein Drittel der Menschen, die ihre Mitgliedschaft im Fitnessclub McFit kündigten, nannten als Grund Zeitmangel.

Wo wird besonders oft wegen eines schlechten Kundenservice gekündigt?

Viele Verträge werden allerdings auch gekündigt, weil die Kunden unzufrieden mit dem Kundenservice sind. Auch hierbei trifft es vor allem Telekommunikationsanbieter. Das geht aus einer zusätzlichen Volders-Analyse für den Zeitraum von Januar 2018 bis Mai 2018 hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Fast zwei Drittel aller Kündigungen, bei denen ein schlechter Kundenservice als Grund angegeben wurde, entfielen demnach auf Telekommunikationsanbieter.

Negativer Spitzenreiter ist der Auswertung zufolge Vodafone. Jede vierte der knapp 7000 untersuchten Kündigungen entfiel aufgrund eines schlechten Kundenservices auf Vodafone (1726 Kündigungen). Weitere 371 Kündigungen gingen zudem bei der zum 1. Februar in Vodafone aufgegangenen Marke Unitymedia ein.

Die zweitmeisten Kündigungen aufgrund eines schlechten Kundenservices gingen laut Volders bei O2 ein, jede fünfte untersuchte Kündigung entfiel auf den britischen Anbieter. Die Deutsche Telekom landete mit 656 Kündigungen auf dem fünften Platz. Ebenfalls häufig genannt wird der Kundenservice als Kündigungsgrund laut Volders bei Sky (837 Kündigungen) und der PVZ Pressevertriebszentrale (692 Kündigungen).

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Kündigungen aus?

In der Krise werden viele Abos gekündigt. Allerdings fällt es sehr unterschiedliche aus, welche Art von Abos gekündigt werden. Volders hat für eine Analyse zum Kündigungsgeschehen in der Krise den Zeitraum vom 15. Februar bis zum 14. März mit dem Zeitraum vom 16. März bis zum 14. April verglichen. Hierbei profitierten die Telekommunikationsunternehmen von weniger Kündigungen.

Bei O2 verringerte sich die Zahl der Kündigungen um sechs Prozent, bei der Telekom um zwei Prozent. Bei Vodafone stieg sie mit zwei Prozent leicht an. Besonders betroffen von der Krise ist der Sport-Streamingdienst DAZN. Im Vergleichszeitraum nahmen die Kündigungen laut Volders-Analyse um 94 Prozent zu. Auch beim Streaming-Dienst Maxome gingen demnach in der Krise 26 Prozent mehr Kündigungen ein.

„Während DAZN die aktuelle Sportpause zu schaffen macht, scheinen die vermehrten Kündigungen bei Maxdome mit der kürzlich stattgefundenen Integration in Joyn zusammenzuhängen”, sagte Mathias Rhode, Chief Marketing Officer von Volders.

Mehr zur Corona-Krise:

(jb/tki)