Rückruf

Arznei-Rückruf: Ibuprofen und Candesartan sind betroffen

Medikamentenengpass: Deshalb haben Apotheken kein Ibuprofen

Immer öfter können Apotheker ihren Kunden nicht die gewünschten Medikamente verkaufen. Wegen Lieferengpässen fehlen Arzneien.

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Wegen eines Produktionsfehlers muss ein Pharmaunternehmen Medikamente zurückrufen. Betroffen sind auch Ibuprofen und Candesartan.

Berlin. 

  • Wegen eines Produktionsfehlers werden mehr als 200 Chargen von Medikamenten der Firma Puren Pharma zurückgerufen
  • Darunter befinden sich auch einige Produkte mit sehr populären Inhaltsstoffen
  • Betroffen sind auch Ibuprofen und Candesartan
  • Es wurde festgestellt, dass die ausgelieferten Produkte nicht den Vorschriften entsprechen

Das Arzneimittelunternehmen Puren Pharma aus München hat Dutzende seiner Arzneimittel zurückgerufen. Beamte der Regierung von Oberbayern hatten bei Inspektionen im November und im Dezember festgestellt, dass es einen Produktionsfehler gab.

Insgesamt 16 Rückrufe wurden veröffentlicht, 13 Wirkstoffe, 3 Wirkstoffkombinationen und 235 Chargen sind betroffen – darunter auch bekannte Arzneien wie das Schmerzmittel Ibuprofen, der Blutdrucksenker Candesartan oder der Wirkstoff Finasterid, der etwa gegen Haarausfall eingesetzt wird.

Das Problem bei den ausgelieferten Produkten? Die Beipackzettel der betroffenen Arzneimittel entsprechen nicht den Vorschriften. Unter anderem berichtet der „Spiegel“ von dem Großrückruf in seiner aktuellen Ausgabe.

Folgende Produkte sind von dem Rückruf betroffen:

  • Atorvastatin PUREN (Filmtabletten)
  • Candesartan PUREN (Tabletten)
  • Candesartan-comp PUREN (Tabletten)
  • Diclo-Divido (Retardkapseln)
  • Docetaxel Aurobindo (Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung)
  • Finasterid PUREN (Filmtabletten)
  • Fluvastatin PUREN (Retardtabletten)
  • Ibuprofen PUREN (Granulat)
  • Lansoprazol Aurobindo (magensaftresistente Hartkapseln)
  • Levetiracetam (PURENFilmtabletten)
  • Levodopa/Carbidopa/Entacapon PUREN (Filmtabletten)
  • Oxaliplatin Aurobindo (Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung)
  • Oxycodonhydrochlorid PUREN (Hartkapseln und Retardtabletten)
  • Oxycodon-HCl/ Naloxon-HCl PUREN (Retardtabletten)
  • Quetiapin PUREN (Filmtabletten)
  • Topiramat PUREN (Filmtabletten)

Puren Pharma hat alle Informationen zu betroffenen Chargen auf seinen Internetseiten veröffentlicht.

Laut „Spiegel“ hat das Unternehmen den Behörden zugesichert, die Vorschriften für Gebrauchsinformationen zu beachten. Puren teilte dem Magazin mit, dass man „derzeit die internen Abläufe“ anpasse.

Puren Pharma gehört zur indischen Aurobindo-Gruppe, die sich auf Generika, also Nachahmermedikamente, spezialisiert hat.

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• Weitere Rückrufe der vergangenen Tage:

Die Drogeriemarktkette Rossmann hat Soja-Flocken einer Eigenmarke zurückgerufen. Edeka und Lidl nahmen indes Oregano aus den Regalen.

(br)