Produktsicherheit

Ikea: Möbelriese ruft To-Go-Becher wegen Chemikalien zurück

Ikea: Das bedeuten die seltsamen Möbelnamen

Darum haben Ikea-Möbel so seltsame Namen

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Wenn Sie in letzter Zeit einen Reisebecher bei Ikea gekauft haben, lesen Sie weiter – denn Sie gefährden vielleicht Ihre Gesundheit.

Hofheim-Wallau/Berlin. Schlürfen Sie morgens auf dem Weg zur Arbeit auch gerne einen Kaffee in ihrem To-Go-Becher? Wenn Sie diesen bei Ikea gekauft haben, er auf den schönen Namen „Troligtvis Reisebecher“ hört und dazu noch die Bezeichnung „Made in India“ trägt, sollten Sie den Becher schnell zurückbringen.

Denn durch den Gebrauch des Bechers könnten Sie möglicherweise Ihre Gesundheit gefährden. Ikea hat den Becher am Dienstag vorsorglich zurückgerufen und bittet Kunden, diesen Becher nicht mehr zu benutzen.

Rückruf von Ikea: Chemikalien in Reisebecher gefunden

Aktuelle Tests haben gezeigt, dass die vorgeschriebenen Grenzwerte freigesetzter Chemikalien unter Umständen überschritten werden. Das Risiko einer „unmittelbaren negativen Auswirkung auf die Gesundheit“ bezeichnet der schwedische Möbelriese zwar als „sehr gering“, ruft den Becher aber trotzdem vorsorglich zurück.

Der Reisebecher habe „möglicherweise die zulässigen Migrationswerte für Dibuthylphthalat (DBP) überschritten“, teilte das Unternehmen mit. Phthalate werden als Weichmacher für Kunststoffe eingesetzt und können beispielsweise die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen.

Kunden bekommen Kaufpreis erstattet

Demzufolge verbietet Ikea schon seit „vielen Jahren“ die Nutzung von Phthalaten in Produkten mit Lebensmittelkontakt und hat deshalb den Verkauf des Bechers eingestellt. Eine Untersuchung werde eingeleitet.

Der betroffene „Troligtvis Reisebecher“ wurde seit Oktober letzten Jahres verkauft. Kunden, die einen Becher mit der Bezeichnung „Made in India“ gekauft haben, sollen diesen in eine Ikea-Filiale zurückbringen. Ein Kaufnachweis ist nicht erforderlich. Der Kaufpreis wird erstattet.

Betroffene Kunden erhalten weitere Informationen unter www.ikea.de oder können sich an die Ikea-Hotline 0800-0001041wenden.

Rückrufe – mehr zum Thema:

Wer Einwegbecher und -geschirr aus Bambus oder Maismehl benutzt, sollte darauf achten, keine heißen Getränke oder Speisen daraus zu sich zu nehmen. Der Grund: Beim Einfüllen von heißen Flüssigkeiten etwa könnten aus den Bechern schädliche Chemikalien in das Getränk übergehen. Darauf wiesen zwei Einrichtungen des Bundes im vergangenen November hin.

Ikea hat bereits im Juli des vergangenen Jahres die Konsequenzen aus einem Schadstofftest gezogen: Das Unternehmen stoppte den Verkauf von Bambusbechern.

In den USA musste Ikea vor einigen Tagen eine Millionensumme zahlen. Ein kleiner Junge wurde in Kalifornien von einer Ikea-Kommode begraben und erstickte. Der Todesfall ereignete sich bereits 2017, die Eltern klagten gegen das schwedische Möbelunternehmen. US-Medienberichten zufolge soll Ikea eine Summe von umgerechnet 41 Millionen Euro gezahlt haben. (gem)