Zugverkehr

Winterfahrplan: Was sich bei der Bahn ab sofort ändert

Auf den Schienen in Deutschland rollen immer mehr Züge. Die Deutsche Bahn erhöht am Sonntag die Zahl der Fernverbindungen.

Auf den Schienen in Deutschland rollen immer mehr Züge. Die Deutsche Bahn erhöht am Sonntag die Zahl der Fernverbindungen.

Foto: imago stock / imago images/Future Image

Die Deutsche Bahn startet an diesem Sonntag den Winterfahrplan mit mehr Zügen und Verbindungen. Ab Januar purzeln die Ticketpreise.

Berlin. Mit mehr Verbindungen, ICE 4 und Nachtzug-Angeboten startet die Deutsche Bahn ihren Winterfahrplan. Von diesem Sonntag an können Reisende deutlich mehr Züge nutzen. Auf stark gefragten Strecken wie zwischen Hamburg und Rhein/Ruhr ergänzen weitere Sprinter den Stundentakt. So steigt das Angebot allein zwischen Nordrhein-Westfalen und Hamburg um 15 Prozent.

Von Januar an fallen auch noch die Preise: Dann gibt es Fernverkehrstickets zum „Super Sparpreis“ schon ab 17,90 Euro je Strecke. Wer eine Bahncard 25 besitzt, erhält die Fahrkarte sogar ab 15 Euro. „So günstig war es noch nie“, sagte Berthold Huber, Bahnvorstand für den Personenverkehr. Anders im Nahverkehr: Dort steigen die Preise bundesweit im Schnitt um 1,7 Prozent.

Deutsche Bahn: Günstigere Tickets dank Klimapaket

Die Preise für Strecken von mehr als 50 Kilometern könnten bald sogar noch weiter in den Keller gehen: Sollten sich Bundestag und Bundesrat noch vor Weihnachten auf eine Senkung der Mehrwertsteuer für Bahntickets von 19 Prozent auf sieben Prozent einigen, so würden alle Ferntickets im Januar um weitere rund zehn Prozent günstiger werden. Die Steuersenkung ist Teil des Klimapakets, über das sich Bund und Länder jedoch noch verständigen müssen. Zuletzt hatte es wieder Kritik an der Bahn gegeben, denn selbst bei der Preissenkung gab es Verspätung.

Die große Herausforderung für die Bahn bleibt unterdessen die Pünktlichkeit. Während 92,9 Prozent der Regionalzüge im November ihre Ziele pünktlich erreichten, gelang dies nur 72,2 Prozent der Fernzüge – sie kamen maximal fünf Minuten zu spät am Ziel an. Für die Verbesserung der Pünktlichkeit gibt es allerdings noch kein Patentrezept.

Zugangebot zwischen deutschen Metropolen wird erhöht

Mit dem neuen Winterfahrplan ist vor allem eine Ausweitung des Zugangebots verbunden. So pendeln die Züge zwischen Berlin, Frankfurt oder München künftig im Stundentakt, ebenso zwischen Hamburg und Köln. Dies entspricht einer Angebotserweiterung von zehn Prozent.

Die neueste Generation der ICE-Züge kommt künftig auch entlang des Oberrheins zum Einsatz, zunächst auf der Verbindung von Hamburg über Frankfurt nach Zürich. Ab Juni nächsten Jahres wird der ICE 4 zudem zwischen Berlin und Basel eingesetzt. Insgesamt erhöht sich die Sitzplatzkapazität der 40 täglichen Direktverbindungen in die Schweiz dadurch um 20 Prozent.

Wenn es im Zug dennoch mal voll wird oder der Platz weg ist, haben wir diese Tipps für sie.

Bahn rüstet international auf

„Wir setzen immer stärker auf neue Züge“, sagte Huber. Alle drei Wochen werde ein neuer ICE 4 ausgeliefert – der als neues Flaggschiff der Bahn gilt. Insgesamt 137 Züge dieses Modells hat die Bahn bestellt. Bereits im Laufe des nächsten Jahres werde die Hochgeschwindigkeitsflotte somit auf mehr als 300 ICE angewachsen sein. Eine neue Linie wird von Dresden über Berlin nach Rostock eingeweiht. Zunächst gibt es täglich zehn Fahrten, ab März wird ein Zweistundentakt mit IC-Zügen aufgenommen.

Wie unpünktlich ist die Deutsche Bahn wirklich?

International rüstet die Bahn ebenfalls auf. Gemeinsam mit Unternehmen aus Tschechien und Österreich wird die Route Berlin–Prag–Wien–Graz betrieben. Auch auf den Nachtverbindungen baut die Bahn ihr Angebot in Kooperation mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) aus. Die klassischen Schlaf- und Liegewagen fahren dann über Nacht auch zwischen Zürich und Hamburg beziehungsweise Berlin. „Mit dem neuen Fahrplan bieten wir das, was die Menschen von uns erwarten“, hofft Huber. Die Reisen würden klimafreundlich und preisgünstig.

Bahnunternehmen werden zu immer größeren Arbeitgebern

Die neue Rolle der Bahn beim Umweltschutz macht den Schienenverkehr inzwischen auch zu einem Jobmotor. „Die Bahnunternehmen erhöhten im vergangenen Jahr die Zahl der Arbeitsplätze um sieben Prozent auf 262.000“, ermittelte die Allianz pro Schiene. Insgesamt schätzt der Verband die Zahl der Stellen in der Branche auf 640.000 – Tendenz steigend. „Der hohe Arbeitskräftebedarf erleichtert die Aufgabe, den Strukturwandel im Verkehrssektor sozial verträglich zu gestalten“, sagt Verbandschef Dirk Flege. Allein die Deutsche Bahn sucht 2020 rund 24.000 Mitarbeiter.

Doch auch hier fehlt es an Fachkräften, insbesondere Ingenieure und Lokführer sind begehrt. Auf 100 freie Stellen kommen derzeit nur 23 arbeitslose Lokführer. Damit sei der Engpass in diesem Beruf der größte in Deutschland, noch vor dem Bedarf an Altenpflegern.

Die Änderungen bei der Bahn sind übrigens nur einige Neuregelungen in Deutschland in diesem Monat: WhatsApp, Bahn-Preise, Netflix: Das ändert sich im Dezember.