Kolumne

Black Friday und Cyber Monday: So sparen Sie am meisten

Black Friday Sale: So macht man ein echtes Schnäppchen

50 % Rabatt und mehr: So locken Händler am Black Friday. Doch tatsächlich sind die Preise gar nicht so viel günstiger. Fünf Tipps, wie man Fehlkäufe vermeidet.

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Vom Black-Friday- und Cyber-Monday-Fieber erfasst? Kolumnist Hajo Schumacher erklärt, worum es geht – wie man am meisten Geld spart.

Berlin. Gehen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen und erst recht nichts zu sparen. Lesen Sie ein gutes Buch, umarmen Sie einen lieben Menschen, pflanzen Sie einen Apfelbaum, aber kommen Sie nicht auf die Idee, am Black Friday oder Cyber Monday dieses Internet zu benutzen.

Seit Tagen wird Ihnen in Anzeigen, Mails und Posts jede Menge Glück versprochen, aber Sie werden das Gegenteil erleben: Produktenttäuschung, Kontoschwäche, Müllberg. Sie werden nicht einen Cent sparen. Also atmen Sie tief, fürchten Sie sich vor Altersarmut und bleiben konsequent offline.

Black Friday und Cyber Monday – Festtage des Hyperkonsums

Was? Sie haben von Black Friday und Cyber Monday nie gehört? Kaum möglich. Allein in Deutschland haben sich über 500 Online-Händler zusammengetan, um zwei triste Tage Ende November und Anfang Dezember zu Festtagen des Hyperkonsums zu erklären. So wie der Valentinstag von Floristen erfunden wurde und Halloween von der Masken-Industrie, sind auch Black Friday und Cyber Monday Marketingspektakel zum Zweck der Absatzförderung.

Der Black Friday kommt natürlich aus den USA und meint den Brückenfreitag zwischen dem truthahnhaltigen Erntedankdonnerstag und dem letzten Wochenende im November, wenn der US-Bürger gern den ersten Kofferraum voller Weihnachtsgeschenke erwirbt. Europa hat weder Thanksgiving noch Brückenfreitag, was den Onlinehandel aber nicht daran hindert, eben diesen Freitag und den darauffolgenden Montag zu Welttagen der Schnäppchenjagd zu erklären.

Ein geradezu obszönes Werbefeuerwerk auf allen Kanälen signalisiert: Wer jetzt nicht kauft, ist selber schuld. Die erste Wahrheit lautet: Letztlich geht es nur darum, die Konsumlücke zwischen Ende der Herbstferien und dem ersten Adventswochenende zu schließen. Und die zweite: Wahre Liebe braucht keine Geschenke, sondern Zeit. Mit oftmals trügerischen Versprechen von fabelhaften Rabatten soll den Menschen das Weihnachtsgeld bereits aus der Tasche gezogen werden noch bevor es auf dem Konto eingegangen ist.

Black Friday: Die digital befeuerte Hysterie funktioniert

Die Rabatte werden vor allem auf Elektronik, Kosmetika, Klamotten und Spielzeug gewährt – jener Krempel, mit dem Menschen in westlichen Breiten nur selten unterversorgt sind. Paradoxe Welt: Einige unserer Kinder gehen freitags demonstrieren, gegen Klimawandel, Plastikflut und Konsumwahn, die anderen ordern mit Geld, das sie nicht haben, den Müll von morgen, den keiner braucht. Doch die digital befeuerte Hysterie funktioniert: Black Friday und Cyber Monday simulieren zusätzliche Weihnachtsfeiertage und sorgen für Umsatzrekorde.

Verbraucherschützer warnen allerdings davor, vor lauter Rabattgier den klaren Blick zu verlieren. Denn manche Hammerangebote sind großmäulig, aber nicht günstig. Oftmals werden ältere Geräte als brandneu angepriesen, was nicht sofort auffällt, da die Typenbezeichnungen ähnlich klingen.

Die Verwirrung des Kunden gehört offenbar zur kollektiven Strategie der Anbieter, selbst Preisvergleichsmaschinen funktionieren nicht immer zuverlässig. Addiert man Coupons, angeblich zinslose Kredite, Cashback-Versprechen und die vermeintlichen Vorteile von Finanzdienstleistern oder Kartenanbietern hinzu, braucht der Kunde eine Spezialausbildung als Verbraucherschützer, um Vorteile von Tinnef zu unterscheiden. Der Duden definiert das Sparen als „Geld nicht ausgeben, sondern zurücklegen“. Daher hier der ultimative Spartipp: Ignorieren Sie Black Friday und Cyber Monday.