Übernahme

Fast 15 Milliarden Euro: Louis-Vuitton-Mutter kauft Tiffany

LVMH greift nach Tiffany

Der französische Luxusgüter-Konzern will den New Yorker Edel-Juwelier übernehmen. Laut Insidern ist ein Kaufangebot in Höhe von 14,5 Milliarden Dollar im Gespräch.

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Der legendäre US-Juwelier Tiffany bekommt einen neuen Besitzer: LVMH. Was hat der französische Konzern mit der bekannten Marke vor?

Paris/New York. Ende Oktober waren bereits Gespräche zwischen LVMH und Tiffany bekannt geworden. Nun steht fest: Der französische Luxusgüterkonzern will den US-Juwelier kaufen – und zwar für 14,7 Milliarden Euro (16,2 Mrd US-Dollar).

Dabei handelt es sich um einen Preis in Höhe von 135 US-Dollar je Aktie, wie LVMH mitteilte. Der Name des Konzerns LVMH setzt sich aus den Kernmarken Louis Vuitton, Moët und Hennessy zusammen.

Es gebe eine endgültige Vereinbarung für die Übernahme, die Aktionäre von Tiffany müssten allerdings noch zustimmen. Die Transaktion soll Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden.

LVMH, die Gruppe des französischen Milliardärs Bernard Arnault, will mit dem Kauf auch ihre Stellung auf dem US-Markt stärken. Tiffany sei „eine amerikanische Ikone, die ein wenig französisch wird“, sagte der bekannte Konzernchef der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Ende Oktober waren Gespräche zwischen LVMH und dem auch durch einen Hollywood-Film bekannten Juwelier öffentlich geworden. Damals war in Medien von einem Gebot von 120 Dollar je Aktie die Rede gewesen, das die Franzosen erst vorige Woche laut Insidern auf 130 Dollar erhöht hatten.

LVMH: Übernahme von Tiffany „wichtiger Meilenstein“

Für LVMH ist die Übernahme von Tiffany die bisher größte. Der vor 182 Jahren gegründete Juwelier ist weltweit bekannt für seine türkisfarbenen Kartons und seine Rolle im Hollywoodfilm „Frühstück bei Tiffany’s“.

LVMH-Finanzdirektor Jean-Jacques Guiony nannte die Übernahme einen „wichtigen Meilenstein für die Gruppe“. Man sei optimistisch, den Umsatz weiter zu steigern. LVMH wollte aber keine Zahlen nennen, um keinen Druck aufzubauen.

Der Konzern um Louis Vuitton ist der weltweit führende Luxusgüterkonzern. Zu der Gruppe gehören unter anderem Champagnerhäuser wie Veuve Clicquot Ponsardin und Krug sowie Modehäuser wie Kenzo und Fendi (für das unter anderem Designer Karl Lagerfeld gearbeitet hatte ). Konzernchef Arnault erklärte, sein Konzern wolle die legendäre US-Marke glänzen lassen. Arnault hatte jüngst für den Wiederaufbau von Notre-Dame 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt .

Tiffany hat 14.000 Mitarbeiter

Das von Charles Lewis Tiffany 1837 in New York gegründete Juwelierunternehmen hat laut Mitteilung weltweit über 300 Geschäfte und beschäftigt rund 14.000 Mitarbeiter. Besonders bekannt ist das Geschäft an der New Yorker Fifth Avenue.

„Es ist eine legendäre amerikanische Marke mit einer reichen Geschichte“, betonte LVMH-Finanzkommunikationschef Chris Hollis. Tiffany sei ein Synonym für amerikanischen Luxus. Die Übernahme könne LVMH zu einem Global Player im Bereich des Edelschmucks machen.

Der Kauf sei von den Verwaltungsräten der beiden Unternehmen gebilligt worden. Das Topgremium von Tiffany empfehle die Annahme des Angebots von LVMH, berichteten die Unternehmen. (jb/dpa)