Flugverkehr

Drohen neue Streiks? Lufthansa und Ufo streiten weiter

Eine Flugbegleiterin der Lufthansa am Flughafen in Frankfurt am Main.

Eine Flugbegleiterin der Lufthansa am Flughafen in Frankfurt am Main.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Der letzte Flugbegleiter-Streik bei der Lufthansa führte Airline und Gewerkschaft in eine Schlichtung. Die bringt nun aber neuen Ärger.

Frankfurt/Main. Im Tarifkonflikt um die Flugbegleiter bei der Lufthansa scheinen selbst Schlichtungsgespräche neuen Ärger zu bringen. Am Donnerstag äußerte die Kabinengewerkschaft Ufo öffentlich ihren Unmut über die Verhandlungen, auf die sich Ufo und die Airline nach einem Warnstreik und einem zweitägigen Streik vor gut zwei Wochen verständigt hatten.

Der Vorwurf der Gewerkschafter: Die Lufthansa soll die Gespräche in den vergangenen Tagen nicht ernsthaft geführt haben. Zuvor war die Fluggesellschaft an die Öffentlichkeit gegangen und hatte mitgeteilt, man sei „auch ohne verbindliche Friedenspflicht bei den Tochter-Fluggesellschaften Eurowings, Germanwings und CityLine“ bereit für einen „umfassenden Schlichtungsprozess“.

Diesem Angebot wiederum scheint Ufo nicht zu trauen. Es biete für die Gewerkschaft keine ausreichende Rechtssicherheit und verschweige relevante Fallstricke, erklärte Ufo-Sprecher Nicoley Baublies. Ufo-Vizechef Daniel Flohr sagte am Donnerstag: „Wir haben ja gesagt, Streiks sind auch wieder möglich. Und ich glaube ja, wenn das so weiter geht, wenn man sich nicht mit der Vergangenheit und mit den aktuellen Fragen mal wirklich beschäftigt, dann wird dieses Jahresende und auch 2020 streik- und auch konfliktintensiv.“

Lufthansa und Ufo benennen prominente Schlichter

Am Dienstag hatten beide Parteien die Verhandlungen aufgenommen, um sich auf Rahmenbedingungen für eine „große Schlichtung“ einigen zu können. Die prominenten Vermittler: der frühere Präsident der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, den die Lufthansa berief, und SPD-Politiker Matthias Platzeck, der für Ufo verhandelt.

Platzeck und Weise sind bislang für die so genannte „kleine Schlichtung“ berufen, die sich nur um die wenigen Themen dreht, für die Ufo ihre Mitglieder zum Streik aufgerufen hat:

  • Spesen und Zulagen
  • eine Regelung für Saisonkräfte, damit diese einfacher in reguläre Angestelltenverhältnisse wechseln können

Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Themen, die in einer „großen Schlichtung“ besprochen werden könnten. Für die Lufthansa-Töchter mit deutschem Tarifrecht könnte es einen zusätzlichen Moderationsprozess geben. Ufo teilte mit, man setze weiter auf die benannten Schlichter, um doch noch zu einer Lösung zu kommen.

Lufthansa verweigerte monatelang Verhandlungen mit Ufo

Die Lufthansa musste beim jüngsten Flugbegleiter-Streik rund 1500 Flüge der Kernmarke streichen, wovon etwa 200.000 Passagiere betroffen waren. Zuvor hatte der Warnstreik Flüge der Tochter-Airlines Eurowings, Germanwings und CityLine getroffen.

Die Lufthansa hatte zuvor über Monate hinweg Verhandlungen mit Ufo verweigert und argumentiert, der durch einen Machtkampf in der Gewerkschaft geschrumpfte Vorstand sei nicht vertretungsberechtigt.

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(br/dpa/rtr)