Statt Autofahrten

Luftfahrtkoordinator: Mit Einsatz von Drohnen CO2 sparen

Ein Einsatz von Drohnen etwa bei Brückentests oder Medikamententransporten kann aus Sicht des Luftfahrtkoordinators der Bundesregierun viel klimaschädliches CO2 einsparen.

Ein Einsatz von Drohnen etwa bei Brückentests oder Medikamententransporten kann aus Sicht des Luftfahrtkoordinators der Bundesregierun viel klimaschädliches CO2 einsparen.

Foto: dpa

Mehr Klimaschutz auch im Flugverkehr ist ein Ziel der Bundesregierung und der Branche. In der Debatte ist, die Flugticketsteuer im Inland bei Kurzstrecken zu erhöhen. Es gibt aber noch andere Vorschläge.

Berlin. Ein Einsatz von Drohnen etwa bei Brückentests oder Medikamententransporten kann aus Sicht des Luftfahrtkoordinators der Bundesregierung, Thomas Jarzombek, viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) einsparen.

Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Bei Drohnen gibt es eine Menge von Start-ups und von Konzepten, die viele Vorteile bringen können. Mit einer Drohne kann viel CO2 eingespart werden, da man elektrisch fliegt statt mit einem Auto zu fahren. Zudem können erhebliche Kosten eingespart werden."

Beispiele für den möglichen Einsatz von Drohnen seien Statiktests an Brücken, die dann viel häufiger gemacht werden könnten als heute. "Wir denken auch an den Transport von speziellen Medikamenten zwischen Krankenhäusern oder die Erstellung von Lagebildern bei Verkehrsunfällen, Eisenbahnenunglücken oder Waldbränden."

Es gebe eine Vielzahl innovativer Anwendungen. Die Herausforderung bestehe darin, dass es geschätzt 30.000 Vergabestellen in Deutschland gibt, also 30.000 Einkäufer auf allen staatlichen Ebenen. Wichtig sei, dass öffentliche Auftraggeber diese neuen Technologien kennenlernen und die vergaberechtlichen Spielräume nutzten, um innovative Produkte und Dienstleistungen zu beschaffen. "Das kann helfen, Geld und CO2 zu sparen und Start-ups zu fördern", sagte Jarzombek. "Wir sind deshalb dabei, ein Konzept zu erarbeiten, um Start-ups und ihre Innovationen mit öffentlichen Auftraggebern zusammenzubringen."

Am 20. September will das Klimakabinett unter Vorsitz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ein großes Maßnahmenpaket vorlegen, damit Deutschland nationale und international verpflichtende Klimaziele bis 2030 einhalten kann. Dabei geht es darum, klimaschädliches Treibhausgas (CO2) etwa beim Verkehr zu senken.

Die Luftfahrt könne einen großen Beitrag leisten für mehr Klimaschutz, sagte Jarzombek: "In den vergangenen Jahrzehnten wurde sehr viel in Technologie investiert. Jede neue Flugzeuggeneration hat den Verbrauch im Schnitt um 25 Prozent reduziert. Wir haben schon seit vielen Jahren bei unseren Luftfahrt-Forschungsprogrammen den Schwerpunkt auf öko-effizientes Fliegen gelegt. Und daraus ist elektrisches und hybrid-elektrisches Fliegen entstanden." Deutsche Technologie sei im Weltmarkt führend.

"Wir können es schaffen, bis 2030 die ersten elektrischen Flugzeuge für Kurzstrecken auf den Markt zu bringen. Mit mehr Investitionen könnte die Serienreife auch schon früher erreicht werden." Bei der Mittel- bis Langstrecke kämen synthetische Kraftstoffe ins Spiel. Hier seien Investitionen sinnvoll, um am Ende klimaneutral fliegen zu können.

Mit elektrischem Antrieb könnten Flugzeuge auch sehr viel leiser gemacht werden: "Das ist ein Faktor, der momentan zu wenig diskutiert wird. Lärm ist nach wie vor ein Riesenthema der Luftfahrt, ein Riesenthema für viele Menschen, die an Flughäfen wohnen. Weniger Lärm durch elektrische Antriebe ist ein wichtiges Ziel für uns."