Todesfall

Ex-Wirtschaftsminister Werner Müller ist gestorben

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller ist im Alter von 73 Jahren gestorben.

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller ist im Alter von 73 Jahren gestorben.

Foto: biky / imago

Werner Müller, früherer Wirtschaftsminister und Chef der RAG-Stiftung, ist gestorben. Viele Jahre lang hat er das Ruhrgebiet geprägt.

Essen.  Werner Müller, früherer Bundeswirtschaftsminister und langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender der Kohlestiftung RAG, ist am Montagabend gestorben. Das bestätigte ein Sprecher des Konzerns Evonik. Müller starb im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer schweren Krebserkrankung. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

1998 berief der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) den parteilosen Müller als Minister für Wirtschaft und Technologie in sein Kabinett.

Werner Müller stand an der Spitze des deutschen Steinkohlebergbaus

Der Essener Manager stand viele Jahre an der Spitze des deutschen Steinkohlebergbaus. 2003 wurde er Vorstandsvorsitzender der Ruhrkohle AG (RAG). Müller gliederte den damals noch bunt gemischten Konzern um. Hunderte Tochterfirmen wurden verkauft und der Nicht-Kohlebereich mit dem späteren Evonik-Chemiebetrieb abgetrennt.

Der Durchbruch kam mit der Idee einer Stiftung, für die Müller unermüdlich trommelte. Sie übernahm für einen Euro die RAG-Anteile von Ex-Eigentümern wie RWE, Eon und Thyssenkrupp. Dafür waren die einen Großteil der Haftung los. Müller wurde 2007 erster Evonik-Chef und war von 2012 bis zum Frühjahr 2018 Vorsitzender der RAG-Stiftung.

Werner Müller leistete Großes für die Bergbau-Branche

Für die Bergbau-Branche hat Werner Müller das vielleicht Schwerste geleistet: Als die Arbeit unter Tage unrentabel geworden war, wies er den Kumpeln über eine Stiftungslösung den Weg zum Ausstieg ohne Massenproteste und dramatische Kündigungswellen.

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2007 wurde das per Gesetz festgeschrieben. Den Endpunkt der Entwicklung – das Förderende in Deutschlands letzten beiden Bergwerken im Dezember 2018 – erlebte Müller nicht mehr im Amt.

Die RAG-Stiftung, die unter anderem aus den Evonik-Erlösen finanziert wird, deckt nicht nur die dauerhaften Lasten des Bergbaus nach 2018 ab. Sie fördert auch die Kultur im Ruhrgebiet – Müllers großes Faible. Vor allem das Bergbaumuseum in Bochum – das größte seiner Art weltweit – profitiert davon. (dpa/fmg)